Einsatzsoldaten warnen vor unkoordiniertem Abzug

14. Oktober 2011 | Themenbereich: BundeswehrVerband | Drucken

Bei seinem Besuch des 26. ISAF-Einsatzkontingents der Bundeswehr in Afghanistan traf der zweite stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen BundeswehrVerbandes, Major André Wüstner, auf eine angespannte Truppe.

„Meine Kameraden im Einsatz verfolgen die Debatte um die Mandatsverlängerung für den Einsatz in Afghanistan ebenso kritisch wie die anstehenden Entscheidungen zur Neuausrichtung der Bundeswehr“, sagte Wüstner. Viele Soldaten hätten die Sorge, bei einer möglichen Versetzung nach der Schließung ihrer Standorte erneut draufzahlen zu müssen. Deshalb, so Wüstner, sei es auch den Frauen und Männern im Einsatz sehr wichtig, wie der Verteidigungsminister die unausweichlich bevorstehenden Härten ausgleichen und die Menschen in die neue Ära der Freiwilligenarmee führen wolle.

„Auch die Kameraden, die seit Jahren immer wieder im Einsatz stehen und die damit verbundenen Entbehrungen ohne Klagen ertragen, wollen die angekündigten Attraktivitätsverbesserungen für die Bundeswehr jetzt endlich umgesetzt sehen“, sagte Wüstner. „Die Herausforderung der Neuausrichtung sind nur dann zu meistern, wenn die Regierung diese endlich als gesamtstaatliche Aufgabe behandelt und durch zügige Ressortabstimmungen bei reformstützenden Maßnahmen unter Beweis stellt.“

Zur nach wie vor fragilen Lage in Afghanistan sagte der stellvertretende Bundesvorsitzende: „Unsere Soldatinnen und Soldaten gehen in der Erfüllung ihres Auftrages stets an ihre Belastungsgrenze. Obwohl sie eine Abzugsperspektive begrüßen, warnen sie gleichzeitig vor einem überhasteten, innenpolitisch motivierten und international nicht synchronisierten Abzug aus Afghanistan.“ Wüstner machte deutlich, wie wichtig die Ergebnisse der im Dezember anstehenden internationalen Afghanistan-Konferenz in Deutschland für die Zukunft des Landes, aber auch für die eingesetzte Truppe sei. Vor allem für die Zeit nach 2014 müsse die zuverlässige Bezahlung der afghanischen Sicherheitskräfte sichergestellt werden. Außerdem seien zivile Mentoren, Ausbilder und Helfer notwendig, um die gewünschte Stabilisierung der Region voranzubringen.

Wüstner: „Auf keinen Fall dürfen die Streitkräfte nach 2014 als Lückenbüßer für fehlende politische Konzepte oder für zu spät rekrutiertes oder schlecht ausgebildetes ziviles Personal und fehlende Fähigkeiten anderer Ressorts herhalten.“

Die Frauen und Männer der Bundeswehr leisten in allen Einsatzgebieten hervorragenden Dienst im Auftrage des Parlamentes. Sie verdienen Anerkennung und Respekt von Politik und Gesellschaft.

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