1. Kunst und Kulturwoche im Thüringer Strafvollzug

14. Oktober 2011 | Themenbereich: Strafvollzug, Thüringen | Drucken

Justizminister Poppenhäger: „Die Beschäftigung mit Kunst und Kultur ist ein wichtiges Element der Resozialisierung von Gefangenen. An sechs Tagen präsentieren wir nun erste Ergebnisse dieser Be­mü­hun­gen. Wir wollen aber auch zeigen, dass Resozialisierung und Wiederein­gliederung nicht allein Aufgabe der Justiz, sondern eine gesamtge­sell­schaft­liche Aufgabe ist.“

 

Am Montag begannt die 1. Kunst- und Kulturwoche im Thüringer Justiz­vollzug „KUNSThaft“ mit Präsentationen und Aktionen in allen sechs Thüringer Straf­voll­zugsanstalten. „Kunst ermöglicht es, den Inhaftierten nicht nur als Gefangenen und Straf­täter, sondern als Menschen wahrzunehmen, der die ihm innewohnende Kreativität und künstlerischen Fähigkeiten positiv zu nutzen weiß. Nicht nur einmal haben wir er­lebt, dass die Kunst der erste Schritt zur Resozialisierung ist. Es wäre daher wün­schens­wert, wenn zukünftig jedes Jahr eine Kunst- und Kulturwoche im Thüringer Justizvollzug stattfinden könnte“, kündigt der Justizminister Holger Poppenhäger KUNSThaft an. Der Minister dankt in diesem Zusammenhang den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Vollzugseinrichtungen, die die Kulturtage vorbereitet und damit wesentlich zur Rea­lisie­rung beigetragen haben.

Die Kunst- und Kulturwoche ist vor allem von Gefangenen für die Gefangenen gemacht. Einige der künstlerisch-handwerklichen Arbeiten werden jedoch über die Anstalt hinaus präsentiert, um entsprechend des Angleichungsgrundsatzes den Strafvollzug von der Schattenseite zu holen und dem künstlerischen Gefangenen auf diesem Wege eine gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen. Dies entspricht auch genau dem Leitbild des Musterentwurfes für ein Landesstrafvollzugsgesetz, welches das Justizministerium kürz­lich vorgelegt hat.

Zum Programm:

Die Theatergruppe der JVA Hohenleuben hat unter der Regie von Susanne Hartmann nach ihrem großen Erfolg im letzten Jahr mit dem Stück Faust in diesem Jahr den „Woyzeck“ einstudiert und ihn außerhalb der Gefängnismauern in der Vogtlandhalle Greiz vor großem Publikum und mit großem Erfolg aufgeführt. Im Rahmen der Kulturwoche wird das Theaterstück in der JVA Tonna und in der JVA Untermaßfeld gespielt, zu einem späteren Zeitpunkt im Erfurter Theater Die Schotte und voraussichtlich im Schlossparktheater Arnstadt. In der JVA Hohenleuben werden Comics und Zeichnungen gezeigt. In fast allen Einrichtungen gibt es Lesungen, Konzerte oder Ausstellungen von Bildern und Exponaten sowie Filmvorführungen mit Diskussionen.

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