Berufsvertretungen diskutieren Situation in der Polizei

9. Oktober 2011 | Themenbereich: Niedersachsen, Polizei | Drucken

Zu einem gemeinsamen Gespräch über die aktuelle Situation in der Polizei kamen am Freitag, 08. Oktober 2011 auf Einladung von Innenminister Uwe Schünemann die Landesvorsitzenden Ulf Küch (BDK), Thomas Kliewer (DPolG) und Dietmar Schilff (GdP) zusammen. Anwesend waren weiterhin Landespolizeipräsident Andreas Bruns und Landespolizeidirektor Uwe Lührig.

 

Der Innenminister Uwe Schünemann stellte in seinem Bericht über die Bereisung der Polizeiinspektionen dar, dass ihm immer wieder die fehlenden Entwicklungsmöglichkeiten in der Polizeiverwaltung und im Tarifbereich dargestellt worden seien. Er lasse zur Zeit prüfen, wie hier innerhalb des zugewiesenen Budgets Verbesserungen ermöglicht werden können. Bei den Verwaltungsbeamten/-innen besteht nach Auffassung der Gewerkschaften insbesondere zwingender Handlungsbedarf. „Sonst laufen uns die jungen Menschen weg“, war die einhellige Meinung. Im Tarifbereich müssten darüber hinaus durch Fortbildungsmöglichkeiten auch Perspektiven eröffnet werden.

Die Gewerkschaftsvertreter lenkten die Aufmerksamkeit des Innenministers außerdem verstärkt auf den überlangen Verbleib der Polizeibeamten/-innen im Eingangsamt der Polizei. Hier seien separate Lösungen zwingend erforderlich, ansonsten „gehen vermehrt lebensälteres Kolleginnen und Kollegen mit dem jetzigen Eingangsamt A 9 in Pension, nachdem sie ihr gesamtes Berufsleben Gesundheit und Leben für die Innere Sicherheit riskiert haben“ betonten Küch, Kliewer und Schilff.

Innenminister Schünemann kündigte an, dass die Einstellungszahlen zukünftig um 20% erhöht werden sollen. Damit werde insbesondere der Tatsache Rechnung getragen, dass wegen des hohen Anteils von Frauen bei den Einstellungen zukünftig die Ausfallzeiten aus familiären Gründen deutlich steigen werden. Nach 603 jungen Menschen in diesem Jahr sind im Jahr 2012 bis zu 700 Neueinstellungen geplant.

Mit Blick auf den anstehenden Castortransport waren sich der Innenminister und die Gewerkschaftsvorsitzenden einig, dass dieser nur durchgeführt werden darf, wenn sich die Strahlenbelastung unterhalb der Grenzwerte bewegt.

Die Gewerkschafter begrüßten die Absichtserklärungen des Ministers ausdrücklich.

 

 

 

 

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.