Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt“

7. Oktober 2011 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

Erstmals wird die Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt“ in einem Gefängnis in Deutschland und dies in der Jugendanstalt in Neustrelitz ausgestellt. Die Ausstellung begibt sich damit auf Neuland. Im Zeitraum vom 8. bis 16. Oktober 2011 können sich die jugendlichen Gefangenen im Rahmen des Schulunterrichts wie bei Behandlungsgruppen mit der Thematik „rechter Gewalt“ intensiv befassen.

 

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) mahnt: „Es hat sich gezeigt, dass symbolische Gesten und der Appell nach Zivilcourage nicht ausreichen, um die Gefährdung von Rechts einzudämmen. Um so wichtiger ist es, dass gerade junge Menschen sich gegen Rechtsextremismus und Rassismus engagieren und versuchen, in ihrem Alltag ein Zeichen zu setzen. Ich hoffe, dass diese Ausstellung und das umfangreiche pädagogische Begleitprogramm einen Beitrag hierzu in der Jugendanstalt Neustrelitz leisten kann.“

Die Ausstellung basiert auf öffentlich zugänglichen Informationen, vor allem auf Zeitungsartikeln. Sie besteht aus 169 Tafeln und porträtiert 156 Menschen, die seit der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 bis Ende 2010 durch rechts motivierte Gewalttaten zu Tode kamen. Viele wurden getötet, weil für sie im Weltbild der Rechtsextremen kein Platz war – manche, weil sie den Mut hatten, Nazi-Parolen zu widersprechen.

„Zeitungsmeldungen mit Opfern rechter Gewalt verlieren sich leicht in der Masse der Informationen“, so Ministerin Kuder weiter, „und wirken dann wie Einzelfälle. Den Opfern „Auge in Auge“ auf lebensgroßen Fotos gegenüber zu treten, ist dagegen gerade für die jugendlichen Gefangenen eine andere Erfahrung. Viele Tafeln sind leere und graue Flächen – denn von der Mehrzahl der Opfer gibt es keine Fotos bei den Presseagenturen. Aber jede Tafel gibt den Opfern einen Namen.“

 

Information:

Die Wanderausstellung „Opfer rechter Gewalt – seit 1990 in Deutschland“ porträtiert 156 Menschen, die rechter Gewalt von 1990 bis 2010 zum Opfer fielen. Eingerahmt von jeweils drei leeren Tafeln zu Beginn und sechs am Ende, die Opfer vor 1990 bzw. nach 2010 repräsentieren, stehen am Anfang zwei Tafeln mit einem einführenden Text und eine weitere mit einem Bildnachweis. Daran schließen sich, in chronologischer Ordnung, 156 Tafeln an, die jeweils ein gerastertes Foto eines Menschen enthalten, unter dem jeweils der Namen, das Alter sowie die Todesumstände der Person notiert sind. Die Angaben basieren auf Medienberichten und sind daher lückenhaft. Wurde kein Bild eines Opfers veröffentlicht, ist sein Porträt durch eine leeren Rasterfläche ersetzt. Unterbrochen wird die Reihe durch drei Spiegeltafeln mit den Aufschriften „Täter?“, „Opfer?“, „Zuschauer?“. Zwischen die Porträts der Opfer sind beliebig gewählte Urlaubspostkarten montiert, die das Selbstverständnis von Gastfreundschaft und Offenheit mit der Realität von Hass und Gewalt in ein Spannungsfeld setzen. Alle Texte sind in deutscher und englischer Sprache.

 

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