15 Jahre Tischlereiausbildung im sächsischen Strafvollzug

6. Oktober 2011 | Themenbereich: Sachsen, Strafvollzug | Drucken

Seit 15 Jahren gibt es in der JVA Bautzen eine vollständige Lehrausbildung zum Tischlergesellen. Aus diesem Anlass findet in der Zeit vom 6. bis 13. Oktober 2011 eine Ausstellung im 1. Obergeschoss des Bürgerfoyers des Sächsischen Landtags statt. Diese ist wochentags von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr geöffnet. Die Ausstellung informiert über die Ausbildung „hinter Gittern“ und zeigt auch Gesellenstücke der Gefangenen. (I)

 

In den letzten 15 Jahren haben 40 Gefangene erfolgreich den Tischlergesellenbrief in der JVA Bautzen erworben. Von diesen wurde nach dem Kenntnisstand sächsischer Behörden niemand neuerlich inhaftiert. Das spricht für eine gelungene Resozialisierung. Die Ausbildung ist zudem von hoher Qualität: Die beiden Jahrgangsbesten der Gesellenprüfung der Tischlerinnung Bautzen waren in diesem Jahr Gefangene.

Staatsminister Dr. Jürgen Martens: „Arbeit und Ausbildung hinter Gittern ist ein zentraler Bestandteil des Strafvollzugs, weil so eine erfolgreiche Wiedereingliederung in die Gesellschaft vorbereitet wird. Resozialisierung von Straftätern ist praktizierter Opferschutz. Deshalb ist es mir ein besonderes Anliegen, die Öffentlichkeit über unsere Erfolge durch die Ausbildung unserer Gefangenen zu informieren.“

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(I) Hintergrund: Zum Stichtag 1. September 2011 waren in Sachsen 3.436 Gefangene inhaftiert; davon befanden sich 1.213 in Arbeit und 784 in Ausbildungsmaßnahmen. Bei den Ausbildungsmaßnahmen handelt es sich in aller Regel um modulare Ausbildungen, d. h. begrenzte einzelne Bestandteile von Lehrausbildungen, weil die Dauer der Inhaftierung der meisten Gefangenen Vollausbildungen nicht möglich macht. Die Ausbildung kann dann nach dem Vollzug abgeschlossen werden.

 

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