Polizei und Migranten als Netzwerkpartner

5. Oktober 2011 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Innere Sicherheit | Drucken

„Die interkulturelle Öffnung der Polizei ist für Baden-Württemberg aufgrund der demographischen Entwicklung und des polizeilichen Alltags enorm wichtig.“ Das sagte Innenminister Reinhold Gall bei der Eröffnung der bundesweiten Fachtagung „Eine sichere Zukunft gestalten – Polizei und Migranten als Netzwerkpartner“ am Mittwoch, 5. Oktober 2011, in Stuttgart. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und die Polizei Baden-Württemberg würden diese Veranstaltung ausrichten, um einen intensiven länderübergreifenden Erfahrungsaustausch zu ermöglichen und Impulse für die polizeiliche Netzwerkarbeit mit Migranten zu geben.

Bereits seit fünf Jahren suche die Polizei den Dialog mit Moscheevereinen und muslimischen Kultur- und Sportvereinen. Ein Weg, der Engagement, Sensibilität und Beharrlichkeit erfordere. „Die Polizei Baden-Württemberg nimmt im Bereich des interkulturellen Dialogs bundesweit eine Vorreiterrolle ein. Gleichwohl gehört es zu unserem Selbstverständnis, dass wir auch kritisch Bilanz ziehen und uns weiterentwickeln“, betonte Landespolizeipräsident Dr. Wolf Hammann. Es sei oft schwierig die jungen Musliminnen und Muslime zu erreichen, aber dieser Aufgabe müsse man sich stellen. Daneben sei es wichtig, der interkulturellen Kompetenz in der polizeilichen Aus- und Fortbildung einen hohen Stellenwert einzuräumen und sie als Qualitätskriterium in der Polizei fest zu verankern.

Mehr Migrantinnen und Migranten in der Polizei seien wichtig für die interkulturelle Öffnung, deshalb müsse aktiv um Bewerber geworben werden. Festzustellen sei, dass es im Vergleich zur Wohnbevölkerung im Land zu wenige Polizeibeamtinnen und -beamten mit Migrationshintergrund gäbe. „Es ist deshalb unser erklärtes Ziel, ihren Anteil bei der Polizei und auch in der gesamten öffentlichen Verwaltung deutlich zu erhöhen“, bekräftigte Innenminister Gall.

Er wies zugleich auf eine erfreuliche Entwicklung hin. Derzeit hat jeder sechste der bei der Bereitschaftspolizei in Ausbildung befindlichen Beamtinnen und Beamten einen Migrationshintergrund – von denen wiederum zwei Drittel Abitur oder Fachhochschulreife aufweisen. Das hat eine freiwillige Umfrage bei den Auszubildenden ergeben. Allerdings hatten nur 26 von 1.846 Teilnehmern der Umfrage, also 1,4 Prozent, eine ausländische Staatsangehörigkeit.

Hintergrund:

Die Clearingstelle für Präventionskooperation des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge initiiert seit 2009 bei den Polizeien der Länder eine jährliche, bundesweite Fachtagung. Die erste fand 2009 in Rheinland-Pfalz statt, die zweite 2010 in der Bundeshauptstadt Berlin.

Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg

 

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