Hohe Abbrecherzahl bei freiwillig Wehrdienstleistenden

27. September 2011 | Themenbereich: BundeswehrVerband, Interessenvertretungen | Drucken

„Junge Menschen wollen überzeugt werden“, betonte der zweite stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen BundeswehrVerbandes, Major André Wüstner, angesichts der hohen Abbrecherquote beim freiwilligen Wehrdienst. Hilfreich wäre es, endlich die Rahmenbedingungen des Dienstes in den Streitkräften zu verbessern. Außerdem seien die bisherigen Angebote des Arbeitebers Bundeswehr weiterzuentwickeln und vorteilhafter darzustellen. Wüstner: „Ich bin mir nicht sicher, ob sich einem jugendlichen Internetnutzer die Bildungs- und Qualifizierungsangebote der Bundeswehr auch im Hinblick auf die Zeit nach dem Wehrdienst erschließen.“

„Die Steigerung der Attraktivität des Dienstes in der Bundeswehr ist und bleibt der Dreh- und Angelpunkt einer erfolgreichen Bundeswehrreform. Ohne motiviertes Personal ist die Neuausrichtung schon jetzt gescheitert“, erklärte Wüstner.

Das gelte für freiwillig Wehrdienstleistende genauso wie für Berufs- und Zeitsoldaten. „Meine Kameradinnen und Kameraden sind die politischen Ausführungen zur Notwendigkeit attraktiver Rahmenbedingungen leid. Es ist respektlos gegenüber den Menschen in der Bundeswehr, wenn spürbare und wirksame Maßnahmen anschließend ausbleiben. Wenn die Politik nicht aufpasst, suchen nicht nur freiwillig Wehrdienstleistende nach Wegen, die Streitkräfte möglichst schnell zu verlassen“, mahnte der stellvertretende Bundesvorsitzende.

Die Nachfrage nach einer „Ausstiegsberatung“ bei der Berufsvertretung der Soldatinnen und Soldaten steige bereits signifikant an. Der Schlüssel für eine erfolgreiche Neuausrichtung der Bundeswehr liege, so Wüstner, im Reformbegleitprogramm.

„Nur mit einem schlüssigen Bündel an griffigen Instrumenten hat die Bundesregierung die Chance, die Reform erfolgreich anlaufen zu lassen“, sagte Wüstner.

Unabdingbar seien Attraktivität steigernde Maßnahmen als fester Bestandteil des Programms, die spätestens im Frühjahr 2012 wirksam werden müssten. Der BundeswehrVerband schlägt unter anderem eine Anhebung der seit 1996 unveränderten Vergütung mehr geleisteten Dienstes für Soldatinnen und Soldaten vor. Bundespolizisten erhalten heute für eine Überstunde bis zu sieben Mal höhere Ausgleichszahlung als ihre Kameraden in der Bundeswehr.

Junge Wehrdienstleistende sollten, so fordert der Verband, beispielsweise einen Bonus auf die Rückzahlung ihres Bafög-Guthabens erhalten, um auch später von ihrem ehrenvollen Dienst zu profitieren.

Wüstner: „Wer der Nation dient, soll auch etwas davon haben.“

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