Polizei registrierte im vergangenen Schuljahr mehr als 2.050 Schulschwänzer

23. September 2011 | Themenbereich: Bayern, Polizei | Drucken

Die sehr erfolgreiche bayerische Schulschwänzerinitiative wird auch im neuen Schuljahr fortgesetzt. Dies hat Innenminister Joachim Herrmann heute in München angekündigt. Im vergangenen Schuljahr 2010/2011 habe die Bayerische Polizei insgesamt 2.047 Schulschwänzer registriert – ein Rückgang im Vergleich zum Schuljahr 2009/2010 (2.150). Dabei haben die Beamten 205 Schülerinnen und Schüler aufgrund eigener Initiative während der Schulzeit vor allem an bekannten Jugendtreffpunkten ausfindig gemacht. In 1.891 Fällen haben die Schulbehörden die Polizei ausdrücklich um Mithilfe ersucht. In den meisten Fällen erwischte die Polizei Schulschwänzer. Nur in wenigen Fällen stellte sich heraus, dass die gesuchten Schüler unentschuldigt erkrankt waren oder einen anderen berechtigten Grund hatten, dem Unterricht fernzubleiben.

„Unsere erfolgreiche bayerische Schulschwänzerinitiative ist ein wichtiger Beitrag der Polizei gegen Kinder- und Jugendkriminalität“, sagte Herrmann. Wie notwendig es ist, das hartnäckige “Blaumachen“ von Schülern zu unterbinden, zeigt eine Auswertung statistischer Untersuchungen, wonach ein Zusammenhang zwischen notorischem Schulschwänzen und dem Begehen von Straftaten durch minderjährige Täter besteht. Mit dem Konzept zur Schulschwänzerinitiative reagiert die bayerische Polizei frühzeitig, um dem möglichen Abgleiten von Jugendlichen in die Kriminalität gegenzusteuern. Bei erkannten Verstößen gegen die Schulpflicht erfolgt eine Meldung an die zuständige Schulbehörde.

Nicht nur die Schulen, auch die meisten betroffenen Eltern sehen die Schulschwänzerinitiative positiv und sind oftmals dankbar für die Unterstützung. Die Erfahrung zeigt, dass insbesondere bei “notorischen“ Schulschwänzern häufig erzieherische Probleme sowie die Überforderung der Sorgeberechtigten vorliegen. Aber auch auf die betroffenen Schüler zeigen die Maßnahmen der Polizei Wirkung. Wenn Schulschwänzer durch uniformierte Beamte zur Schule gebracht werden, beeindruckt das und schreckt potentielle Nachahmer oder “Wiederholungstäter“ ab.

Herrmann: „Unsere Schulschwänzerinitiative bewirkt, dass in vielen Fällen sowohl Eltern als auch Schulen pädagogische und erzieherische Maßnahmen treffen, sobald die Polizei einen Schulschwänzer in den Unterricht zurückgebracht hat.“ Nur in wenigen Einzelfällen seien die Eltern uneinsichtig, gleichgültig oder ablehnend. „Auch derartige Reaktionen sind für die weitere Vorgehensweise der Polizei bei einem auffälligen Verhalten des Kindes oder des Jugendlichen von Interesse“, so Herrmann.

 

In entsprechenden Fällen werden neben den Schulen weitere Behörden, wie beispielsweise Jugendamt, Schulamt, Schulpsychologen etc. über die polizeilichen Feststellungen in Kenntnis gesetzt. Diese Informationen über die familiären Hintergründe ermöglichen es den Jugendschutzbehörden, notwendige Schwerpunkte im Rahmen der Familienhilfe zu setzen. Die Schulschwänzerinitiative wird als effektives und präventiv wirkendes polizeiliches Projekt auch im neuen Schuljahr fortgeführt.

 

 

 

 

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