Besoldung attraktiver gestalten

19. September 2011 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Sachsen-Anhalt | Drucken

So die ausgegebene Devise unseres Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff. Ehemalige Sachsen-Anhalter soll der Rückkehr zu ihren Familien erleichtert werden. Viele junge Leute sind in den letzten Jahren abgewandert, haben in anderen Bundesländern den Polizeiberuf erlernt. Auch diese sollen zur Rückkehr bewegt werden, sollen sich hier eine Existenz aufbauen. Soweit so gut. Gegen diese Bemühungen lässt sich nichts einwenden. Auch die unter der Schirmherrschaft des MP laufende Aktion von Radio Brocken „1000 Gründe für Sachsen-Anhalt“ ist äußerst lobenswert. Unseren MP müssen wir aber leider auf einen Umstand hinweisen, der nicht gerade dazu beiträgt, dass sich Beamte nach ihrer Heimat sehnen. Es gibt nämlich mindestens einen Grund, der für Beamte gegen Sachsen-Anhalt spricht.

Neben der Tatsache, dass wir im Besoldungsranking bundesweit nur auf dem drittletzten Platz landen enthält unser neues Besoldungsgesetz noch dazu nicht sehr einladende Regelungen.

So werden Landeskinder, die nach ihrer Ausbildung und Verwendung in anderen Bundesländern in ihre Heimat zurückkehren als Neueinstellungen behandelt und finden sich in Stufe 1 der Besoldungsordnung wieder.

Mit der Konsequenz, dass sie teils erhebliche finanzielle Einbußen davon tragen. Es sei denn, sie verfügen über berücksichtigungsfähige Erfahrungszeiten wie hauptberufliche gleichwertige Tätigkeiten etc. Für die erstmalige Stufenfestsetzung sind die personalführenden Stellen zuständig. Und diese tun ihr übriges dazu, dass sich eine Heimkehr nach Sachsen-Anhalt eben gerade nicht lohnt. Da wird mit höchster Akribie geprüft, ob die Vorverwendungen auch gleichwertig etc. sind und bei der kleinsten Diskrepanz ein negativer Bescheid erstellt.

Sollten wir nicht alle daran arbeiten, gemeinsam einen größeren Kuchen zu backen, statt dem Einzelnen von seinem Kuchenstück etwas abzuschneiden? Bei allem Respekt und Verständnis für gesetzliche Vorgaben, die Verfahrensweise der Personalstellen ist ohne wenn und aber konträr zu den Intentionen der Landesregierung. Eines steht fest, damit locken wir keinen hinter dem (fremden) Ofen hervor. Hier ist dringender Änderungsbedarf. Wir werden den Ministerpräsidenten darüber in Kenntnis setzen.

1 Kommentar
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Hallo,
    ich habe meine Polizeiausbildung im Land Berlin erfolgreich beendet und würde liebend gern wieder zurück in meine Heimat, Sachsen- Anhalt, wechsel. Dies wird einen allerdings von den Behörden nicht so leicht gemacht. Man benötigt einen „adäquaten“ Tauschpartner. Hier habe ich eine Kollegin aus Sachsen- Anhalt gefunden, die allerdings nicht wie ich im gehobenen Dienst ist, sondern im mittleren. Von Berlin aus würde hier ein Tausch zustande kommen können. Allerdings stellt sich das Referat 25 des Ministeriums des Inneren quer. Wenn man bestrebt ist, dass gebürtige Sachsen- Anhaltiner zurück kommen sollen, warum wird einen das dann nicht leichter gemacht?!! So richtig kann ich dem Ganzen keinen Glauben schenken. Aber eventuell lesen die „richtigen Leute“ diesen Kommentar und bewegen etwas?!

    Grüße aus Berlin

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.