Namensschilder sind lebensgefährlich

15. September 2011 | Themenbereich: Berlin, Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

In einer Pressekonferenz haben der Bundesvorsitzende der DPolG, Rainer Wendt, und der Landesvorsitzende der DPolG, Bodo Pfalzgraf, auf die besondere Gefährlichkeit der auf politischen Druck rasch beschafften Namensschilder hingewiesen. Für über 200 000 Euro wurden sehr scharfkantige Namensschilder aus Plastik beschafft, die den üblichen Eigensicherungskriterien nicht entsprechen.

Bodo Pfalzgraf: „Das ist lebensgefährlicher Murks, der Innensenator muss diese Namensschilder sofort wieder einsammeln lassen, bevor meine Kollegen verletzt werden!“ Und Rainer Wendt fügte hinzu: „Unsere Eigensicherungstrainer schlagen die Hände über dem Kopf zusammen, wie man so gefährliche Gegenstände in den Verkehr bringen kann.“

In Gefangenensammelstellen wird aus Sicherheitsgründen keine Schusswaffe getragen, aber die Polizeibeschäftigten sind nun verpflichtet, den Gefangenen ein Angriffsinstrument quasi frei Haus mit in die Zelle zu bringen. Auch bestimmter Schmuck ist im Polizeidienst aus Sicherheitsgründen nicht zulässig.

Wie scharf die Namensschilder tatsächlich sind, demonstrierte Bodo Pfalzgraf nach gerichtsmedizinischem Vorbild an einem Eisbein, das anschließend Schnitttiefen von über einem Zentimeter aufwies. Pfalzgraf: „Wenn so ein scharfes Schild gegen den Hals eines Polizisten eingesetzt wird, kann es zu lebensbedrohlichen Verletzungen führen.“

Auf die Frage eines Journalisten, ob denn diese Veröffentlichung nicht auch Ganoven auf Ideen bringen könne, sagte er: „Die Kriminellen sind in solchen Dingen sowieso immer gut informiert. Wir machen diesen Schritt jetzt vorsorglich, damit Herr Körting Schlimmeres verhindern kann, indem er die Schilder einstampft