„Frieden“ in Rockerkreisen???

12. September 2011 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Der mit allem Trara im vergangenen Jahr inszenierte „Frieden“ zwischen den Rockergruppen Hells Angels und Bandidos in der Kanzlei eines „Rechtsanwaltes“ in Hannover hat uns ohnehin nur den Kopf schütteln lassen. Unsere schlimmsten Befürchtungen ob dieser „Show“ haben sich mittlerweile bestätigt. Landauf landab ermitteln die Sicherheitsbehörden gegen Bandidos, Hells-Angels und Mongols. Immer im Fahrwasser dieser Gruppierungen deren „Handlangerscene“. So bei den „Hells Angels“ die „Red Devils“.

Allerdings, bei so viel beabsichtigter Friedensliebe verwundert es schon, dass der Boss der „Höllenengel“ auf seinem Grundstück in der Nähe von Hannover derartig „scharf gemachte“ Hunde hält. Dann ist wohl doch nicht alles so friedlich? Welche Ängste hat dieser Mann, solch bösartige Tiere bei sich zu halten und wie können diese dann einfach frei auf der Straße herumlaufen und Menschen so übel verletzen? Hat der Rockerboss einen Hundeführerschein und wer hat diese Tiere derartig „scharf“ gemacht, dass sie wie ein Rudel Wölfe über Menschen herfallen?

Unser Mitgefühl gilt den schwer verletzten couragierten Passanten und unserem Kollegen.

Normale Motorradclubs verströmen weder Gewalt noch Angst. Dennoch werden sie von „Abordnungen“ der Rockergangs aufgesucht, wenn sie „es wagen“, sich als Motorradclubs zu organisieren. Am Ende lösen die sie sich mitunter aus Angst vor Repressalien auf.

Denn diejenigen, die sich Hells-Angels, Bandidos oder Mongols nennen, machen nach unserer Auffassung schon durch ihre Namensgebung deutlich, welche Geisteshaltung sie einnehmen und wie ihr Menschenbild aussieht. Sprache schafft auch hier Wirklichkeit.

Mord, Totschlag, schwere Körperverletzungen, Vergewaltigung, Erpressung, Drogen- und Menschenhandel haben sich die Sicherheitsbehörden in Deutschland ja nicht ausgedacht. Alles dies findet in den Reihen dieser drei Motorradgangs regelmäßig statt oder geht von ihnen aus.

Wir fordern die Politik aber auf, gegen die Rockergruppen Hells-Angels, Bandidos und Mongols auch politisch zu handeln. Wer sich als Outlaw bezeichnet und sich zu dem „1%-Outlawpotential“ rechnet, macht damit deutlich, dass er mit unserer Gesellschaft nur wenig zu tun haben will und unsere Regeln und Gesetze bewusst missachtet.

Dieser Umstand sollte schon die politische Überlegung wert sein, derartige kriminelle Gruppen einschließlich ihrer menschenverachtenden Symbole zu verbieten. Alle drei großen Motorradgangs nebst ihrer Chapter sind nach unserer Auffassung der organisierten Kriminalität zuzurechnen.

Ergänzend empfehlen wir einfach mal den Blick in das europäische Ausland und nach Nordamerika.

Mahatma Gandhi hat einmal gesagt:

“ Was mit Gewalt erlangt worden ist, kann nur mit Gewalt behalten werden“.

Daher wird es eine konsequente politische und juristische Lösung im Umgang mit diesen „Rockergruppen“ nur dann geben, wenn sich hier die Einsicht bei unseren Volksvertretern durchsetzt, dass unsere Gesellschaft sehr gut auch ohne diese Motorradgangs auskommt, denn sie werden immer wieder versuchen, ihr durch Gewalt erkämpftes Territorium auch mit Gewalt zu verteidigen. Nicht anders sind die gegenseitigen blutigen Übergriffe der Vergangenheit und Gegenwart zu deuten.

Der BDK fordert schon seit Jahren das konsequente Verbot auffälliger und krimineller Rockergruppen. Wo sind wir mittlerweile angekommen, wenn selbst unsere Presse bestimmte Stadtteile in manchen Städten nicht mehr betreten kann? Wie sieht es an diesen Orten mit dem staatlichen Gewaltmonopol tatsächlich aus und findet dort ein polizeilicher Schutz und eine kriminalpolizeiliche Beobachtung dieser Missstände überhaupt noch statt?

„O tempora o mores!”

Quelle: BDK