In Berlin brennen nicht nur Autos!

18. August 2011 | Themenbereich: Berlin, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Nicht nur die Ereignisse der letzten Nächte machen deutlich, daß mit geringen Mitteln und hoher krimineller Energie dem Rechtsstaat die Hilflosigkeit vor Augen geführt wird. Sinnbildlich brennt es auch in anderen Bereichen, wie z. B. Kindesvernachlässigung, Komasaufen, Gewalt bei Fußballspielen, im ÖPNV und auch im alltäglichen Leben, dem Betrug in allen sozialen Bereichen, um nur einige zu nennen.

Der Jahrzehnte lang hingenommene Verfall der Werte in unserer Gesellschaft zeigt sich im Ergebnis immer mehr in krimineller Handlungsweise.

„Die Politik hat die Einsparungen bei der Schutz-und Kriminalpolizei vorangetrieben und ruft nun nach der Bürgerpflicht. Es ist die Pflicht der Politik dafür zu sorgen, daß wir in die Lage versetzt werden zu schützen und Kriminalität zu bekämpfen!“ sagt der Landesvorsitzende Michael Böhl.

Nur mehr Personal alleine reicht dazu nicht aus. Das Berliner Modell und die tendenzielle Entwicklung eines „Allroundpolizisten“ der Kriminalität bekämpft, Demos begleitet, den Verkehr lenkt und Ordnungswidrigkeiten verfolgt ist gescheitert. Wir können alles aber nichts richtig ist der falsche Weg. „Polizeivollzugsangestellte für die Kriminalitätsermittlungen“ zu schaffen ist verfassungsrechtlich bedenklich und ein Offenbarungseid für die Schutzpolizei.“ so Böhl weiter.

Der BDK fordert daher:
1. Kriminalitätsbekämpfung durch die Kriminalpolizei, damit die Schutzpolizei ihre eigentliche Aufgabe wahrnehmen kann.
2. Personelle Ausstattung der Schutz- und Kriminalpolizei verbessern, auch durch die Widereinführung des Diagonalaufstiegs von der Schutzpolizei zur Kriminalpolizei.
3. Elternhaus, Schulen und Polizei in ihren gemeinsamen Bemühungen stärken, Respekt und Verantwortung zu vermitteln.
4. Die Justiz in die Lage zu versetzen zeitnah Recht zu sprechen und durchzusetzen.
5. Den couragierten Bürger besser zu schützen wenn Zeuge oder Opfer wird.

BDK Berlin

1 Kommentar
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  1. Wie recht hat Herr Böhl. Er muss nur aufpassen, dass er nicht gleich wieder in eine Schublade geschoben wird.
    Es muss bei uns wohl erst so kommen wie in Spanien. Die Anschläge auf die Bahn haben zur Folge gehabt, dass die Polizei ordentlich ausgerüstet und personell aufgestockt wurde. Da bei uns inzwischen die Bupo nicht mal mehr Benzin zum Streifefahren hat, ist es nur noch eine Frage der Zeit.
    Die öffentliche Meinung über die Polizei ist inzwischen schon soweit, dass man bemitleidet wird, da man ja sowieso keine Handhabe mehr hat. Der Täter wird gefangen und überführt, vor den Richter gestellt und wieder auf freien Fuß gelassen. Nach einem Jahr wird er wieder aufgesucht, da er seine Strafe nicht bezahlt hat^^

    Es ist inzwischen nicht mehr haltbar. Die Politik ist gefordert, aber sie denkt anscheinend nur an ihre Lobbys.

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