Was sind eigentlich Kritische Infrastrukturen?

17. August 2011 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Staat und Wirtschaft sind auf die Zuverlässigkeit und Funktionsfähigkeit einer Vielzahl von Infrastruktureinrichtungen angewiesen, seien es Energie- oder Transportinfrastrukturen, Informations- und Telekommunikationsdienstleistungen, Gesundheits- oder Lebensmittelversorgung oder auch Finanzdienstleistungen. Der Schutz dieser Kritischen Infrastrukturen, die die Lebensadern moderner Gesellschaften bilden, ist seit vielen Jahren eines der zentralen Themen im Bevölkerungsschutz auf nationaler und internationaler Ebene.

„„Kritische Infrastrukturen sind Organisationen oder Einrichtungen mit wichtiger Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen, bei deren Ausfall oder Beeinträchtigung nachhaltig wirkende Versorgungsengpässe, erhebliche Störungen der öffentlichen Sicherheit oder andere dramatische Folgen eintreten würden““.

Auf diese Definition haben sich 2003 die Ressorts auf Bundesebene geeinigt und gleichzeitig eine Einteilung dieser zentralen Versorgungssysteme in acht Sektoren und 30 Branchen vorgenommen.

Nach acht Jahren Erfahrung und angesichts einer immer engeren Zusammenarbeit von Bund und Ländern wurde eine Überarbeitung der Sektoren- und Brancheneinteilung als sinnvoll angesehen. Erste Ansätze fanden sich bereits in der Nationalen Strategie zum Schutz Kritischer Infrastrukturen, die zwar keine Sektorenliste, aber eine Unterscheidung verschiedener Infrastrukturbereiche in technische Basisinfrastrukturen und sozioökonomische Dienstleistungsinfrastrukturen enthält.

Auf der Grundlage ausführlicher Diskussionen im Rahmen einer Bund-Länder-Arbeitsgruppe und eines intensiven Abstimmungsprozesses auf Bundesebene haben sich Bund und Länder auf eine einheitliche Sektoreneinteilung der Kritischen Infrastrukturen verständigt. Augenfälligste Änderung ist die Überleitung der bisherigen Branchen Gesundheit, Wasserversorgung und Ernährung in drei eigenständige Sektoren. Darüber hinaus weist ein neuer Sektor „Medien und Kultur“ neben dem Rundfunk und der Presse auch Kulturgut und symbolträchtige Bauwerke als Kritische Infrastruktur aus.

Über die neue Sektoreneinteilung hinaus einigten sich die Bundesressorts auf eine für die Bundesebene gültige Untergliederung der Sektoren in 29 Branchen. Mit der Einteilung Kritischer Infrastrukturen in neun Sektoren liegt erstmals eine für Bund und Länder einheitliche Grundlage für die Kooperation von Staat und Wirtschaft beim Schutz Kritischer Infrastrukturen vor.

Quelle: BBK

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