Keine Experimente bei der Ausbildung

16. August 2011 | Themenbereich: Bundespolizei | Drucken

Aufgrund erheblicher Engpässe bei der Fortbildung im Bereich „Eigensicherung und Bewaffnung“ will das Bundesfinanzministerium (BMF) vorübergehend diesen für den Einsatz im Vollzugsdienst unverzichtbaren Teil aus der Ausbildung der Zollbeamtinnen und -beamten des mittleren Dienstes streichen. Das BMF erhofft sich so eine Verkürzung der zum Teil mehrjährigen Wartezeiten auf entsprechende nachträgliche Eigensicherungs-schulungen für Bedienstete, die später aus nicht bewaffneten Verwaltungsteilen in den Vollzugsdienst wechseln. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lehnt derartige Experimente mit der Berufsausbildung junger Menschen ab. Der Ausbildungsplan muss sich am Beruf und seinen Anforderungen orientieren. Die Ressourcenplanung in den Ausbildungseinrichtungen muss wiederum dem Ausbildungsplan folgen. Es ist paradox, die Ausbildung von Jahr zu Jahr an die personellen und organisatorischen Gegebenheiten im Bildungszentrum anzupassen. Vielmehr muss es mit dem viel gepriesenen Steuerungsmittel „Kosten- und Leistungsplanung“ möglich sein, die Ressourcen für die qualifizierte Berufsausbildung bereitzustellen.

Statt eines überstürzten Experimentes mit Berufseinsteigern fordert die GdP die Entwicklung eines ganzheitlichen Ausbildungskonzepts. Dabei sind Entscheidungen der Vergangenheit kritisch zu hinterfragen. Mit der Verschmelzung der Laufbahnen im mittleren Dienst für Grenz- und Binnenzöllner bildet der Zoll seit Jahren alle Berufsanfänger zunächst für den Vollzugsdienst aus, setzt anschließend aber einen Teil in Verwaltungsaufgaben ein. Damit verlangt man einerseits von Bewerbern für den Verwaltungsdienst unnötig hohe körperliche Anforderungen und erhöht andererseits durch nicht zielgerichtete Ausbildung den erforderlichen Ressourceneinsatz.

Zudem wurde versäumt, den Lehrbereich des Bildungszentrums der Bundesfinanzverwaltung auf den durch die Laufbahnverschmelzung und Veränderungen im Aufgabenzuschnitt und Aufgabenumfang des Zolls entstehenden Mehrbedarf anzupassen. Hinweise auf die Überlastung der eingesetzten Lehrkräfte und drohende Engpässe blieben ungehört oder wurden gar zurückgewiesen.

Auch der in der Zollverwaltung übliche Einsatz nebenamtlicher Lehrender stößt auf hausgemachte Probleme. Strenge Vorgaben für die „Kosten- und Leistungsplanung“ und anderer sogenannter „Steuerungsmittel“ lassen aus Sicht betroffener Dienststellenleitungen wenig Raum für die Abstellung von Bediensteten für nebenamtliche Lehraufgaben.

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