Soldaten haben wenig Vertrauen in afghanische Justiz

12. August 2011 | Themenbereich: BundeswehrVerband, Interessenvertretungen | Drucken

Mit Unverständnis und Wut reagieren die Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr auf die Freilassung eines Angehörigen der Taliban, der möglicherweise an einem tödlichen Anschlag auf deutsche Soldaten beteiligt war. Der Zweite Stellvertretende Bundesvorsitzende des Deutschen BundeswehrVerbandes, Major André Wüstner: „Unsere Soldatinnen und Soldaten im Einsatz haben wenig Vertrauen in die afghanische Justiz. Sie sind sehr frustriert, weil sie befürchten, dass ein mutmaßlicher Mörder ihrer Kameraden nicht vor Gericht gestellt wurde und jetzt untertauchen konnte.“

Das ließe auch Zweifel an der Sinnhaftigkeit des Einsatzes in Einsatz und Heimat wachsen. Laut heutiger Berichterstattung der „Bild“-Zeitung wurde der Mann von den afghanischen Behörden laufen gelassen, obwohl es Beweise für seine Beteiligung am Anschlag auf die Bundeswehr am Karfreitag letzten Jahres gebe.

Wüstner weiter: „Bundestag und Bundesregierung schicken unsere Soldatinnen und Soldaten in lebensgefährliche Auslandseinsätze. Damit tragen sie auch die Verantwortung dafür, dass jeder Mörder von deutschen Soldaten, dessen man habhaft werden kann, bei Vorliegen von ausreichenden Beweisen seiner gerechten Strafe zugeführt wird, wo immer dies auch geschieht.“

Grundlegende Voraussetzung dafür sei natürlich die Existenz einer rechtsstaatlichen Grundsätzen genügenden unabhängigen und transparenten Justiz. „Die Soldatinnen und Soldaten, ihre Familien und die Hinterbliebenen der gefallenen Kameraden erwarten deshalb, dass sich die Bundesregierung an der öffentlichen Aufklärung des Vorgangs intensiv beteiligt“, machte Wüstner deutlich.