Aufbau einer europäischen Zentralstelle „Jugendkriminalität“

10. August 2011 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

„Wir müssen an die Ursachen ran!“ Bürgerkriegsähnliche Zustände in London, schwere Ausschreitungen Jugendlicher in Frankreich, Straßenschlachten betrunkener Heranwachsender in Spanien, Angriffe auf Polizeibeamte bei Facebook-Partys in Deutschland.

Was ist mit der Jugend in Europa los?

Mit den Ursachen und Handlungsmöglichkeiten soll sich nach den Vorstellungen des Bund Deutscher Kriminalbeamter zukünftig eine europäische Zentralstelle zur Bekämpfung von Jugendkriminalität beschäftigen.

„Jugendgewalt ist kein nationales Problem. Sie hat verschiedene Ursachen, an denen wir ansetzen müssen“, ist das Fazit des stellv. BDK-Bundesvorsitzenden Bernd Carstensen. Nach Einschätzung des Bund Deutscher Kriminalbeamter sind weitreichende Änderungen in der Bildungs-, Sozial-, Familien- und Integrationspolitik notwendig. Hierbei sollten wir in Europa über den Tellerrand schauen und mit unseren Nachbarn in den fachlichen Austausch eintreten, dabei auf die dortigen Erfahrungen im Umgang mit der Problematik „Jugendgewalt“ zugreifen und sehen welche Konzepte dort wirken, welche Empfehlungen sie der Politik geben können.

„Ziel der interdisziplinären und internationalen Zusammenarbeit muss es sein, eine gemeinsame europäische Rahmenstrategie zu entwickeln. Dies alles könnte Aufgabe einer europäischen Zentralstelle zur Bekämpfung von Jugendkriminalität sein“, fordert der stellv. BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen die Einrichtung dieser Zentralstelle auf europäischer Ebene.

Aber auch auf nationaler Ebene muss sich die Polizei auf neue Phänomene und Tatbegehungsweisen im Bereich der Jugendkriminalität einstellen. Die Erfahrungen in London zeigen erneut, dass moderne Kommunikationsmittel wie BlackBerrys oder soziale Netzwerke hierbei eine immer größere Rolle spielen.

„Mit repressiven Mitteln alleine werden wir die Problematik Jugendgewalt nicht in den Griff bekommen. Der Staat muss jugendlichen Straftätern aber klare Grenzen setzen! Das Jugendstrafrecht muss vor allem zeitnah angewandt werden. Hierfür eignet sich insbesondere das sogenannte vereinfachte Jugendverfahren“, fordert der stellv. BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen zudem die konsequente Anwendung des vorhandenen Jugendstrafrechts.

Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK)

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