Opferschutz als zentrales Anliegen

5. August 2011 | Themenbereich: Justiz, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

„Aufklärung und Ahndung von Straftaten sowie der Strafvollzug – darin wurden über viele Jahre die primären Aufgaben der Justiz gesehen,“ so Ministerin Kuder heute in Greifswald. „Diese Zielsetzung führte in der Vergangenheit zu einer starken Täterorientierung im System der Strafrechtspflege. Das Opfer wurde oft nur in seiner „Rolle“ des Beweismittels wahrgenommen. Diese Sichtweise ist in den letzten Jahren der Einsicht gewichen, dass die psychische und physische Hilfsbedürftigkeit von Opfern gerade im Strafprozess beachtet werden muss. Justiz und Rechtspolitik in Mecklenburg-Vorpommern haben verinnerlicht, dass den Opfern von Straftaten unser Mitgefühl, unsere Hilfe und unser Schutz gehören müssen.“

„Aus diesem Grund“, ergänzt Justizministerin Kuder, „sind die Rechte der Opfer in verschiedenen Gesetzen in der Vergangenheit erheblich gestärkt worden. Insbesondere möchte ich auf die Novellierung der Strafprozessordnung durch das 2. Opferrechtsreformgesetz verweisen, welches am 1. Oktober 2009 in Kraft getreten ist. Unterstützung und Stärkung des Opfers vor, während und nach der Gerichtsverhandlung dient dem aktiven Opferschutz und verhindert eine mögliche zweite Traumatisierung.“

„Opferschutz ist ein originäres Anliegen der Justiz – daher ist die Förderung der Opferberatungsstellen in Schwerin, Neubrandenburg und Rostock seit Januar 2010 durch das Justizministerium nicht nur sinnvoll, sondern richtungweisend“, erklärt Ministerin Kuder. „Umso mehr freue ich mich, dass jetzt mit der Opferhilfeberatungsstelle in Greifswald auch der Bedarf in den kreisfreien Städten Greifswald, Stralsund, den Landkreisen Ostvorpommern und Rügen sowie den östlichen Teil des Landkreises Nordvorpommern abgesichert ist. Die Opferhilfeberatungsstellen sind Anlaufstellen für persönliche Beratung und Informationsvermittlung. Die Arbeit der Opferberatungsstellen umfasst weiter die Begleitung zur Polizeidienststellen, Rechtsanwälte, Zeugenbetreuung und Gerichtsbegleitung!“

Information
Die allgemeinen Opferberatungsstellen (weitere Informationen über die Internetseite: www.opferhilfe-mv.de) erreichen Sie wie folgt:

Beratungsstelle in Neubrandenburg
Träger: „Hilfe für Opfer von Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern e.V.“,
Tilly-Schanzenstraße 15, 17033 Neubrandenburg
Telefon: (0395) 3511218

Beratungsstelle Schwerin
Träger: Evangelische Jugend Schwerin,
Wismarsche Straße 148, 19053 Schwerin
Telefon: (0385) 5507500

Beratungsstelle Rostock
Träger: „Hilfe für Opfer von Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern e.V.“,
Schröderstraße 22, 18055 Rostock
Telefon: (0381)4907460

Beratungsstelle Greifswald
Träger: Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.
Bahnhofstraße 16, 17489 Greifswald
Telefon: 03834 79 83 203

Hintergrund
Die Konzeption einer träger- und fachübergreifenden Opferberatung vom 24.04.2009 sieht vor, ein landesweit abgestimmtes System von professionellen Opferberatungseinrichtungen in M-V zu etablieren. Dieses soll sicherstellen, dass über die regionale Zusammenarbeit die erforderliche Hilfe, Betreuung und -versorgung für alle Opfer von Straftaten im Flächenland Mecklenburg-Vorpommern bedarfsgerecht bereitgestellt wird (Opferhilfe MV). Im Rahmen der Umsetzung der Konzeption wurden vier Opferberatungsstellen eingerichtet, die Ansprechpartner für alle Opfer von Straftaten sind (allgemeine Opferberatungsstellen).

Daneben gibt es – finanziell gefördert durch die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte – mit den Interventionsstellen, den Kontakt- und Beratungsstellen für Opfer häuslicher Gewalt und den Beratungsstellen für Opfer sexualisierter Gewalt ein breites professionelles Angebot für die spezifische Zielgruppe von Frauen und Kindern und – finanziell geförderte durch das Sozialministerium – ein professionelles Angebot für Opfer rechtsextremistischer Gewalt (spezialisierte Opferberatungsstellen).

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