Facebook-Party in Numborn

5. August 2011 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Saarland | Drucken

Nach der bislang bundesweit größten Facebook-Party im saarländischen Numborn hat Innenminister Stephan Toscani heute Regionalverbandsdirektor Peter Gillo (Kreispolizeibehörde), den Heusweiler Bürgermeister Thomas Redelberger (Ortspolizeibehörde) sowie die betroffenen Landesbehörden (Polizei und Zentrale Bußgeldbehörde) an einen Tisch gebeten, um die Geschehnisse aufzuarbeiten.
„Ziel ist es“, so Stephan Toscani, „die Erfahrungen aus Numborn zusammenzutragen, und auf dieser Basis gemeinsam Strategien für weitere Fälle zu erarbeiten.“ Gerade, weil bei der Verfolgung verschiedener Vergehen während der Facebook-Party, von Straftaten (u. a. Landfriedensbruch und Körperverletzung) sowie Ordnungswidrigkeiten, unterschiedliche Behörden verantwortlich sind, sei es so wichtig, das weitere Vorgehen miteinander abzustimmen.

Der Großteil der Partygäste hat friedlich gemeinsam gefeiert, bestätigten die Gesprächsteilnehmer. „Wenn aber die Sicherheit gefährdet ist, wenn Landfriedensbruch begangen wird, wenn Polizeibeamte angegriffen und verletzt werden; bei Körperverletzung und Randale, hört der Spaß auf. Dann werden Grenzen überschritten, und das werden wir nicht tolerieren“, stellt Innenminister Stephan Toscani klar. „Die Botschaft lautet: Randalierer werden zur Rechenschaft gezogen. Wer gegen das Recht verstößt, wird bestraft.“ Derzeit arbeiten Landespolizei und Ortspolizeibehörden die Vorfälle auf.

Ein weiterer wichtiger Punkt war die Entwicklung von Strategien für die Zukunft. „Wir müssen auch künftig damit rechnen, dass Facebook-Partys veranstaltet werden, denn sie sind mittlerweile Teil unserer Jugendkultur. Mit diesem Thema müssen wir uns befassen“, so Stephan Toscani. Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn junge Leute miteinander feiern. Auch halte er nichts von einem generellen Verbot von Facebook-Partys oder davon, Facebook grundsätzlich zu verteufeln. „Facebook bedeutet eine beinahe grenzenlose Vernetzung und Informationsquelle quer über den Globus. Das eröffnet Möglichkeiten, birgt aber auch Gefahren. Daher habe ich mich an Facebook Deutschland gewandt: Das Unternehmen muss dafür sorgen, dass anonyme Masseneinladungen künftig nicht mehr über den entsprechenden Button voreingestellt sind. So können versehentliche Masseneinladungen vermieden werden. Facebook ist mittlerweile mit einem Gesprächsangebot an mich herangetreten, das ich gerne annehme.“

Der Polizei sprachen die Beteiligten wegen ihres umsichtigen und konsequenten Einsatzes Dank aus. Die Zusammenarbeit zwischen den Landesbehörden und den Kommunalen Behörden habe sowohl im Vorfeld als auch während der Facebook-Party hervorragend funktioniert. „Diese kooperative Zusammenarbeit werden wir in Zukunft weiterführen und besonders im Bereich der Facebook-Partys intensivieren“, so das Fazit von Innenminister Stephan Toscani, Regionalverbandsdirektor Peter Gillo und Bürgermeister Thomas Redelberger.

Bürgermeister Thomas Redelberger lobte darüber hinaus das Verhalten der Numborner Bürger: „Sowohl im Vorfeld der Facebook-Party als auch am Veranstaltungstag selbst haben die Bewohner unseres kleinen Ortsteils sehr verständnisvoll und äußerst vorbildlich gehandelt. Noch in der Nacht haben viele durch große Eigenleistung mit dazu beigetragen, dass bereits am nächsten Tag die Spuren des Abends beseitigt waren.“

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