Fast jeder fünfte Verkehrstote war ein Motorradfahrer

31. Juli 2011 | Themenbereich: Aktuell | Drucken

Innenminister Ralf Jäger geht mit gutem Beispiel voran: Er trainierte heute (29. Juli) auf dem ADAC-Übungsgelände in Grevenbroich für den sicheren Umgang mit einem schnellen Motorrad. „Leistungsstarke Motorräder stellen hohe Anforderungen an ihre Fahrer. Deshalb hilft es allen, an einem Fahr- und Sicherheitstraining teilzunehmen“, betonte Jäger. „Insbesondere bei Neu- und Wiedereinsteigern zwischen 40 und 55 stellt die Polizei fest, dass sie häufig ihre Fähigkeiten im Umgang mit einem leistungsstarken Krad überschätzen.“

Im ersten Halbjahr 2011 starben 51 Biker, 17 mehr als im Vorjahreszeitraum. 2.088 Motorradfahrer wurden verletzt, das sind 262 mehr. „Kurvenreiche Straßen, trockenes Wetter und eine schnelle Maschine verführen Biker zu riskanten Fahrmanövern“, stellte Jäger fest. Im Juli verloren weitere 18 Motorradfahrer ihr Leben im Straßenverkehr. „Damit haben wir bereits heute mehr tote Motorradfahrer als im gesamten Vorjahr“, sagte der Minister.

Jäger nannte als typisches Beispiel einen Unfall aus dem Kreis Gütersloh, wo letzten Monat ein 47-jähriger Kradfahrer in einer langgezogenen Kurve wegen zu hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren hatte und sich bei dem anschließenden Sturz tödlich verletzte.Die Polizei in NRW handelt konsequent: „Wir klären mit Videos und Flyern auf und setzen gleichermaßen auf Verkehrskontrollen“, betonte Jäger. Mit insgesamt 25 Video-Krädern werden gefährliches Rasen und unverantwortliches Überholen besonders in Kurven aufgezeichnet. Anschließend stellen die Polizisten die Motorradrowdys und zeigen ihnen ihr Fehlverhalten auf dem Videomonitor. „Die direkte Konfrontation mit dem Beweismaterial und den möglichen Folgen bewirkt oftmals eine Verhaltensänderung“, stellte der Innenminister fest.

Die Zahl der Verkehrsunfälle insgesamt ist mit 276.997 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 0,6 Prozent (1.740) gesunken. Dabei starben je-doch 294 Menschen, 17,6 Prozent (44) mehr als im gleichen Zeitraum 2010. 6.497 Verkehrsteilnehmer, plus 14,5 Prozent (823), wurden schwer und mit 29.821 plus 9,5 Prozent (2.575) leicht verletzt.

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