Chance zur Verjüngung des Ermittlungsdienstes nutzen!

27. Juli 2011 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Auf Initiative der GdP-Fraktion im Hauptpersonalrat der Polizei hat das Innenministerium den Erlass zum Nachersatz für frei werdende Stellen korrigiert. Um eine deutliche Verjüngung der Direktion Kriminalität zu erreichen, sollen bis Ende 2013 ausschließlich Beamtinnen und Beamte unmittelbar im Anschluss an eine einjährige Verwendung im Wachdienst bzw. an eine zwei- oder dreijährige Verwendung in der Bereitschaftspolizei in den K-Bereich versetzt werden. Anders als zunächst geplant, sollen in diesjährigen Versetzungsverfahren aber auch dienstältere, erfahrene Polizeibeamte, die in ihrer Herkunftsbehörde bereits in der Direktion Kriminalität tätig waren, nach einer Versetzung in eine andere Polizeibehörde weiter bei der Kriminalpolizei eingesetzt werden können. Zudem sollen sich auch Beamtinnen und Beamte aus anderen Bereichen, die nicht älter als 30 Jahre sind, für eine Versetzung in die Direktion Kriminalität bewerben können.

Der stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Adi Plickert, der die Änderungen des ursprünglichen Erlasses maßgeblich mit verhandelt hat, zeigt sich mit dem Ergebnis zufrieden. „Wir brauchen dringend eine Verjüngung der Ermittlungsdienste. Aber wir dürfen dabei das Erfahrungswissen dienstälter Kolleginnen und Kollegen nicht über Bord werfen. Ein Kriminalkommissariat, das ausschließlich aus sehr jungen Kolleginnen und Kollegen besteht, würde niemandem nutzen“, betonte Plickert. Zufrieden ist der stellvertretende GdP-Landesbezirksvorsitzende auch mit dem Stil der Verhandlungen mit dem Innenministerium. „Die Gespräche waren langwierig und von der Sache her schwierig. Aber sie waren fair und letztendlich für beide Seiten erfolgreich.“

Die Gewerkschaft der Polizei sieht in dem neuen Erlass zudem eine Chance, auch über 2013 hinaus zu einer nachhaltigen Verjüngung der Ermittlungsdienste zu kommen. Der Geschäftsführende GdP-Landesbezirksvorstand (GVS) hat auf seiner heutigen Sitzung dazu bereits eine Arbeitsgruppe eingesetzt. „Ziel der Arbeitsgruppe ist es, Vorschläge zu erarbeiten, wie die Altersstruktur der Ermittlungsdienste nachhaltig verjüngt werden kann, ohne dass dadurch die ohnehin dramatische Vergreisung anderer Arbeitsbereiche zusätzlich befördert wird“, erklärte Plickert nach der GVS-Sitzung.

5 Kommentare
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  1. Tolle Idee der GdP!!

    Was machen denn jetzt die Kollegen im Wach- und Wechseldienst die älter als 30 Jahre sind?
    Dienst auf der Strasse bis zur Pensionierung? Wo sind die Nischen für dienstältere?

    Toller Erfolg. Falsches Zeichen in die falsche Richtung. Nur weiter so.

  2. Noch ein Einfall:

    Wer in den Tagesdienst möchte muß jünger als 30 sein.
    Erstrebenswert wäre dann nur der Ermittlungsdienst oder die Direktion K.

    Eine weitere Abwertung der Kollegen in Uniform auf der Straße.
    Eine 2 Klassengesellschaft in der Polizei.

  3. Es ist toll zu wissen, dass man mit 38 schon zum „alten Eisen“ gezählt wird und die Perspektiven bei der Direktion GE in den Innendienst zu kommen nunmehr auf Führungsstellen, Leitungsstäne und Verkehrskommissariate limitiert wurden.

    Gerade im Hinblick auf die Gesundheitsdiskussion im Bezug auf den Wach- und Wechseldienst ist dieser Verjüngungserlass eher fraglich. Ich frage mich auch, wie es um die Kolleginnen gestellt ist, die im Rahmen der Teilzeit eine Stelle im Tagesdienst anstreben, um eine vernünftige Kindererziehung zu gewährleisten (das gilt natürlich auch für Kollegen, die diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe wahrnehmen wollen).

    Ich denke, dass der von der GDP gefeierte Erfolg für Kolleginnen und Kollegen bis zum Jahrgang 1980 kein Erfolg ist.

    Und es bleibt zu befürchten, dass sich dieser Zustand weit über die Laufzeit des Erlasses hält. So kann man jedenfalls die letzten Zeilen der Pressemitteilung deuten.

    Natürlich muss eine Verjüngung der Ermittlungsdienste sein, aber nicht auf Kosten der Direktion GE und nicht mit einer solchen „Holzhammermethode“.

    Es bleibt abzuwarten, was weiter passiert.

  4. Ich kann mir jetzt ansehen, wie die deutlich Lebensjüngeren Kollegen feste Stellen in den KK´s bekommen und ich aufgrund meines zu „hohen“ Lebensalter (bin 39 Jahre) weder eine Stelle noch einen „Baustein“ bekomme!?!
    Und weiter: Was mache ich jetzt mit meinem Studium??
    Ich kann absolut nachvollziehen das die KK´s verjüngt werden müssen. Allerdings muss da auch noch Platz für diejenigen sein, die als Aufsteiger und demnach älter als 30 Jahre sind, sich Richtung Dir K umorientieren wollen.
    Der ganze Erlass ist einfach nicht bis zu Ende gedacht.
    Zur Belohnung dürfen die Kollegen jetzt nochmal drei Jahre auf der Karre hocken und warten was passiert. Schönen Dank.

  5. Ich finde eines traurig.
    Seid 4 Jahren wollte ich von der Direktion S zur Kriminalwache wechseln.
    In diesen Jahren wurde mir ( Auch vom GDP Personalrat )gesagt: “ Du bist doch noch zu jung“ Und nun. Ich habe den 2ten Platz in einem Auswahlverfahren belegt und durch die Behörde ( schriftlich ) zugesichert bekommen, dass ich die nächts Stelle bekomme.
    Und Jetzt, jetzt kommt die Stelle und ich bin zu alt?!?!?!
    Vielen Dank GDP meinen Austrittsantrag habt ihr bald vorliegen! Es kann doch nicht sein, dass Polizisten wie der letzte Dreck, wie ein Stück Inventar behandelt werden!
    Die Stelle bekommt nun eine Kollegin, die gar nicht zur Kriop wollte!

    Da braucht sich keiner mehr wundern wenn das Zauberwort der nächsten Jahre “ BORN OUT “ wird.
    Mein Schein kommt bald und nach 8:12 Std ist der Spuk vorbei. Ab dem 06.09.2011 mach ich nicht mehr als ich unbedingt muss.

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