NRW-Polizei rüstet im Kampf gegen Internetkriminelle auf

26. Juli 2011 | Themenbereich: Innenminister, Nordrhein Westfalen | Drucken

Die Polizei in Nordrhein-Westfalen verstärkt den Kampf gegen die Computer- und Internetkriminalität. Dazu wird im Landeskriminalamt NRW ein Cybercrime-Kompetenzzentrum eingerichtet. „Die Internetkriminalität ist eine wachsende Gefahr für die Gesellschaft. Wir setzen hier einen strategischen Schwerpunkt und bündeln unsere Kräfte“, erklärte der Innenminister Ralf Jäger heute (26. Juli) in Düsseldorf.

Dies sei der erste Schritt der Neuausrichtung der NRW-Polizei im Kampf gegen Cybercrime. Insgesamt werden sich allein beim LKA rund 100 Polizeibeamte, Wissenschaftler und Techniker damit befassen. Zum Cybercrime-Kompetenzzentrum gehören Ermittlungskommissionen für herausragende Verfahren, die Zentrale Internetrecherche, die Auswertestelle für Kinder-pornografie sowie weitere Experten für Computerforensik, Telekommunikationsüberwachung, Auswertung, Analyse und Prävention.

Für Unter-nehmen und Behörden in NRW gibt es eine zentrale Ansprechstelle. Kaum eine Straftat wird heutzutage noch ohne die Nutzung digitaler Medien begangen und sei es nur das Mobiltelefon. Das Straftatenspektrum reicht von Angriffen auf kritische Infrastrukturen und Onlinebanking-Verfahren über Erpressung von Unternehmen bis hin zu Kinderpornografie.

Im Jahr 2010 wurden in NRW 48.411 Straftaten registriert, bei denen die Tat über das Internet begangen wurde. Die Fälle von Computerkriminalität, beispielsweise Computersabotage oder Datenveränderung, haben gegenüber 2009 um 4.234 Fälle auf 19.775 zugenommen. Das ist eine Steigerung um über 27 Prozent. Die Ermittler werden zunehmend mit hochprofessionellen und international agierenden Tätern konfrontiert, die die Klaviatur der technischen Möglichkeiten perfekt beherrschen und ihr Vorgehen ständig weiterentwickeln.

„Deshalb machen wir auch in den Polizeibehörden vor Ort mehr Polizisten durch verstärkte Aus- und Fortbildung für den Kampf gegen die Internetkriminalität fit“, sagte Jäger. „So stellen wir sicher, dass wir mit unseren Fähigkeiten und Methoden immer am Puls der Zeit bleiben.“ „Das Internet und die digitalen Medien sind sowohl für den Einzelnen als auch für den Wirtschaftsstandort NRW unverzichtbar. Das Ausspähen von Bankdaten und Angriffe auf Computernetzwerke können jeden treffen“, warnte Jäger. So schleuste eine Bande aus dem Ausland Schadsoftware auf Computer von Privatpersonen und Firmen im gesamten Bundesgebiet. Damit wurden ordnungsgemäß getätigte Online-Überweisungen manipuliert und versucht, insgesamt mehrere Millionen Euro auf Täterkonten umzuleiten. Dank der Experten im Landeskriminalamt NRW konnte der größte Schaden jedoch verhindert werden.

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