Moderne Technik schützt die Menschen!

11. Juli 2011 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz, Niedersachsen | Drucken

Die sechs Delaborierer des Landeskriminalamtes Niedersachsen erhalten ein neues Spezialfahrzeug für die Entschärfung von sogenannten unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen (USBV). Die Aufgabe dieser kriminalwissenschaftlichen Sachverständigen besteht auch darin, nach der Entschärfung einer USBV kriminaltechnische Untersuchungen zu führen und Beweise zu finden, um die Täter zu ermitteln. „Mit der Beschaffung des neuen Spezialfahrzeuges können unsere Mitarbeiter ihre gefahrvolle Tätigkeit mit dem modernsten Gerät und damit dem höchsten Maß an Sicherheit durchführen“, freut sich Innenminister Uwe Schünemann anlässlich der Vorstellung des 900.000 Euro teuren Fahrzeuges in Hannover.

USBV sind selbsthergestellte sowie veränderte oder missbräuchlich benutzte gewerbliche oder militärische Vorrichtungen (z.B. Feuerlöscher oder Handgranaten) die eine Explosion oder einen Brand herbeiführen können. Sie kommen im Zusammenhang mit Straftaten von Terroristen, politischen Aktivisten, Hassgruppen und auch im Zusammenhang mit Straftaten im privaten Bereich (z.B. Delikte aus Eifersucht, von psychisch Kranken) vor.

Allein im Jahr 2010 (2008/2009) wurden die Delaborierer in Niedersachsen in 205 (314/217) Fällen gerufen, von denen es sich in 123 (237/124) Fällen tatsächlich um Explosiv- oder Brandstoffe handelte. Das neue Fahrzeug stellt einen von zwei mobilen Delaborierarbeitsplätzen dar und ersetzt ein Fahrzeug von 1997.

Die Planungs- und Bauzeit betrug bis zur Auslieferung ca. 13 Monate.

Es wurden insgesamt ca. 900.000 € investiert. Davon ca. 50.000 € für das reine Fahrgestell, 370.000 € für den Kofferaufbau mit Innenausbau und ca. 480.000 € für den Fernlenkmanipulator mit Zubehör. Reichweite und Ergonomie des Fahrzeugs wurden für Einsätze an jedem Ort des Flächenlandes Niedersachsen optimiert. Die wesentliche Ausstattung besteht aus einem mobilen Röntgensystem und einem Fernlenkmanipulator für die technische Entschärfung. Alle Bewegungsabläufe und Arbeitsgänge des Fernlenkmanipulators werden über ein Bedienpult im Kofferaufbau des Einsatzfahrzeugs gesteuert.

Es ist in der Lage, alle Entschärfungsmethoden auszuführen, die sonst der Entschärfer mit persönlicher Annäherung und damit verbundenen Gefährdungen von Hand ausführen müsste. In dem Fahrzeug untergebracht sind auch die speziellen Bomben-Schutzanzüge für die jeweilige Besatzung.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.