Jahresbericht der Niedersächsischen Feuerwehren 2010

11. Juli 2011 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz, Niedersachsen | Drucken

„Der Brandschutz in Niedersachsen ist gesichert und auf die Zukunft ausgerichtet“, sagte Innenminister Uwe Schünemann am Montag bei der Vorstellung des Jahresberichts der Niedersächsischen Feuerwehren 2010 in Hannover. Er bedankte sich bei allen ehrenamtlichen und hauptamtlichen Brandschützerinnen und Brandschützern für ihre Leistungsstärke und Zuverlässigkeit, mit der sie die Sicherheit für alle Bürgerinnen und Bürger gewährleisten. Nach Angaben Schünemanns ist die Anzahl der Brände im Jahr 2010 um 1 Prozent gestiegen. Drei von vier Bränden sind – wie in den Vorjahren auch – Entstehungs- und Kleinbrände. „Durch unser effektives flächendeckendes Feuerwehrwesen wird so mancher Großbrand bereits in der Entstehungsphase erstickt“, betonte der Minister. Die Anzahl der Hilfeleistungen ist um ca. neun Prozent gestiegen.

Bis auf die angespannte Hochwasserlage in Osnabrück gab es kein weiteres größeres Naturereignis 2010 in Niedersachsen. Insgesamt ist ein Anstieg der Einsätze gegenüber dem Vorjahr um rund 4,8 Prozent zu verzeichnen (von 90.636 auf 94.966). Steigende Zahlen bei Frauen und Kindern in der Feuerwehr Die Zahl der ehrenamtlichen niedersächsischen Brandschützerinnen und Brandschützer ist im Jahr 2010 gegenüber dem Vorjahr um 288 auf insgesamt 126.873 Mitglieder zurückgegangen. Sehr erfreulich ist das steigende Interesse weiblicher Brandschützer. Hier gab es im vergangenen Jahr einen Zuwachs um 573 auf 12.657 Frauen (12084 im Jahr 2009). Niedersachsen nimmt mit einem Frauenanteil von rund zehn Prozent eine Vorreiterrolle im Vergleich zu anderen Bundesländern ein.

Die Feuerwehren möchten Mädchen und Frauen verstärkt für bürgerschaftliches Engagement gewinnen. Langfristig streben Innenministerium und Landesfeuerwehrverband an, den jetzigen Mitgliederstand der Feuerwehrfrauen im aktiven Dienst zu verdoppeln. Auch im Bereich der Kinderfeuerwehren gibt es eine positive Entwicklung. Im letzten Jahr ist die Anzahl der Kinder in den 377 Kinderfeuerwehren um 1.952 Mädchen und Jungen auf 5.957 gestiegen. Der rasante Anstieg der Kinderfeuerwehren um gut ein Drittel von 272 in 2009 auf 377 im Jahr 2010 unterstreiche eindrucksvoll, dass alle Anstrengungen von den Trägern des Brandschutzes unternommen werden, um den Nachwuchs der niedersächsischen Feuerwehren nachhaltig zu sichern, so Schünemann.

Bei den Jugendlichen gab es allerdings einen leichten Rückgang von 197 auf insgesamt 31.760 Aktive in 1.952 Jugendfeuerwehren. Die Zahl der Ortsfeuerwehren hat sich von 3356 auf 3348 verringert. Dagegen ist die Anzahl der hauptamtlichen Brandschützer in den zehn Berufsfeuerwehren und drei hauptamtlichen Wachbereitschaften im Jahr 2010 leicht angestiegen auf 2.110.

In Unternehmen und Betrieben mit besonderem Gefährdungspotenzial gibt es 103 Werkfeuerwehren mit 3.946 neben- und 645 hauptberuflichen Brandschützerinnen und Brandschützern.

Mit modernem Trainingzentrum in die Zukunft

Aktuell hat Innenminister Schünemann die Entwicklungen aus dem Jahr 2010 und die anstehenden Themen in vier Regionalkonferenzen mit den Führungskräften der Feuerwehren unter dem Leitthema „Ehrenamt ist Ehrensache“ diskutiert. Die sehr offenen und konstruktiven Gespräche mit den insgesamt über 600 Führungskräften in Hannover, Oldenburg, Braunschweig und Lüneburg bestätigten eindrucksvoll, dass die eingeleiteten Maßnahmen zur Sicherstellung des Brandschutzes hilfreich und erforderlich sind.

Innenminister Schünemann unterstrich insbesondere die Bedeutung und Notwendigkeit guter Ausbildung und Fortbildung. „Gerade die Niedersächsische Akademie für Brand- und Katastrophenschutz (NABK) mit den beiden Standorten Celle und Loy hat auch im letzten Jahr einen wesentlichen Teil zur Leistungsfähigkeit es niedersächsischen Feuerwehrwesens beigetragen“, so Schünemann. Für die Zukunft werden wir weiter intensiv daran arbeiten, dass wir den Auswirkungen des demographischen Wandels entgegen wirken. Konkrete Maßnahmen befinden sich unter anderem mit der Realisierung eines modernen Trainingszentrums in Scheuen und des weiteren Ausbaus der NABK am Standort Loy in der Umsetzung.

Zum Schluss stellte der Innenminister noch einen ganz besonderen Feuerwehrmannanwärter vor. „Grisu, der kleine Drache“, dessen größter Wunsch ist Feuerwehrmann zu werden, gilt schon lange als Maskottchen der Feuerwehr. Von jeder gekauften Plüschfigur geht 1 Euro in den Sozialfonds des Niedersächsischen Landesfeuerwehrverbandes (LFV) e.V.. Dieser ist eine Selbsthilfeeinrichtung der Solidargemeinschaft aller Feuerwehrmitglieder und finanziert sich ausschließlich aus Spenden.

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