Gewerkschaft der Polizei gegen Castortransport 2011

6. Juli 2011 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) fordert den Verzicht auf einen Castortransport 2011. „Die hohe Einsatzbelastung der Polizei, der mangelnde zeitliche Planungsvorlauf und die noch ausstehende Diskussion um die Auswirkungen der Kehrtwende in der Atompolitik sprechen dafür, den Transport nach Gorleben dieses Jahr nicht durchzuführen“, sagt Niedersachsens GdP-Landesvorsitzender Dietmar Schilff.

Die Terminierung des Transportes sei bislang noch unklar und damit auch der notwendige zeitliche Vorlauf zur Planung des Einsatzes. „Die Durchführung noch in diesem Jahr ist äußerst problematisch, will man nicht in die Vorweihnachtszeit geraten. Hinzu kommt, dass aufgrund der zu kurzen Planungs- und Beschaffungszeiten vorhersehbar ist, dass die Unterbringungsstandards nicht mehr in vollem Umfang eingehalten werden können“, erläutert Schilff.

Die GdP hatte bereits im Frühjahr zum offenen Diskurs über die Endlagerfrage in der Bundesrepublik aufgefordert, bei dem auch Gorleben und Schacht Konrad betrachtet werden sollten. Zudem muss aus Sicht der GdP die Kostenbeteiligung von Bund, Ländern und der Atomwirtschaft intensiv forciert werden. Zu dieser Diskussion sei es – zumindest öffentlich vernehmbar – bislang nicht gekommen. Darüber hinaus gibt es nach Aussagen von Schilff noch weitere ungeklärte Fragen. So lägen bislang Antworten auf gestellte Fragen zur Strahlenbelastung beim Castortransport 2010 noch nicht gänzlich vor. „Aus Sicht der GdP muss die Sicherheit der Bevölkerung und unserer eingesetzten Kolleginnen und Kollegen garantiert werden können, bevor über einen neuen Transport nachgedacht werden kann. Letztlich ist ein Einsatz, für dessen Planung nicht genügend Zeit zur Verfügung gestanden hat, ein weiterer Risikofaktor. Wir appellieren deshalb an die politisch Verantwortlichen, von einem Transport in diesem Jahr abzusehen“, betont der GdP-Landesvorsitzende.

4 Kommentare
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  1. Ich finde es richtig und mutig von der GdP, sich zu diesem Thema zu äußern. Die Polizei wird bei Castor-transporten und dem Stuttgart-21 Protest gegen die Bevölkerung eingesetzt, um Interessen von einzelnen Unternehmen und deren Politiker*innen mit Gewalt durchzusetzen. Ich hoffe doch, dass die meisten Polizist*innen ihren Dienst angetreten haben, weil sie damit die Menschen um sie herum schützen und Gerechtigkeit schaffen wollen. Wenn mit Schlagstock und Wasserwerfer gegen Demonstrierende vorgegangen wird, die -zu Recht- mit den Entscheidungen der Obrigkeit unzufrieden sind, ist das wohl kaum, wofür besagte Verbeamtete einstehen möchten.
    Überhaupt sollte nun schnell mit einer ernstzunehmenden Endlagersuche begonnen werden, anstatt weiter mit Gewalt Müll in eine Lagerhalle im Wendland zu schippern.

  2. Schön! Die Polizei wehrt sich mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. :-)))))

  3. der staat das sind wir, egal ob polizistIn oder nicht.
    wir wollen kein atomstaat sein, also stellen wir uns quer!

  4. Natürlich verurteile ich polizeigewalt auf friedliche Protestaktionen. Da ich mich selbst regelmäßig an Castorblockaden beteilige teile ich den Konsens eines friedlichen Protestes mit anschließenden sich wegtragen lassen.
    Am nächsten Tag widerum könnte ich ja die Polizei aus irgendeinem Grund benötigen,und da geht es nicht etwa darum sie „Heilig zu sprechen“ aber um ein normales Verhältniss.
    Deshalb halte ich auch nichts von einem verallgemeinernden Hass auf die Polizei.Viele bringen bei Protestaktionen auch zum Ausdruck daß sie uns nicht verachten,also auch Einverständniss haben.Nicht sie,sondern die Atomindustrie ist der Gegner.
    Die GdP-Erklärung bringt ja auch eine kritische Haltung zum Ausdruck die Hoffnung auf einem Wandel erzeugt.

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