Landesamt für ambulante Straffälligenarbeit

5. Juli 2011 | Themenbereich: Mecklenburg-Vorp., Strafvollzug | Drucken

Dirk Manzewski übernimmt das Steuuerrad der bundesweit einmaligen Organisationseinheit Landesamt für ambunale Straffälligenarbeit. Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU) erklärte im Rahmen der Amtseinführung in Rostock: „Unser zentrales Ziel war und ist es, im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten, Rückfälle zu minimieren und dadurch die Bevölkerung vor weiteren Straftaten zu schützen. Jeder Rückfall eines Sexualstraftäters ist eine menschliche Katastrophe. Deshalb muss alles Erdenkliche dafür getan werden, solche Rückfälle zu vermeiden.“

„Bei aller Anstrengung wird es immer ein gewisses Risiko geben – und eine absolute Sicherheit wird es auch in Zukunft nicht geben können,“ so die Ministerin weiter. „Aber wir schulden der Bevölkerung das Machbare. Das heißt: die Optimierung bestehender Möglichkeiten, die Schaffung vernünftiger organisatorischer Voraussetzungen.“

Justizministerin Uta-Maria Kuder: „Mit der Errichtung des Landesamtes für ambulante Straffälligenarbeit ist jetzt der ganz beachtliche Schritt getan, um die ambulante Arbeit mit Straftätern weiter zu verbessern. Die Errichtung eines neuen Landesamtes entspricht zwar nicht dem verbreiteten Trend zur staatlichen Verschlankung. Trends dürfen aber kein Dogma sein, wenn es darum geht, die Sicherheit der Allgemeinheit zu steigern, wenn es darum geht, die Bevölkerung vor Wiederholungstaten zu schützen. Sie dürfen kein Dogma sein, wenn es um Schritte zur Optimierung der justiziellen Straffälligenarbeit geht.“

„Wir haben mit der Errichtung des Landesamtes für ambulante Straffälligenarbeit eine „einmalige Chance“ genutzt,“ bekräftigt Ministerin Kuder. „Unter dem Dach dieser Behörde sind nunmehr die 3 Säulen der ambulanten Straffälligenarbeit:

  • die bisher bei den vier Landgerichten bestehenden Führungsaufsichtsstellen,
  • die Bewährungshilfe und
  • die Forensische Ambulanz

vereint. Zukünftig gibt es also nur noch eine landesweit zuständige Führungsaufsichtsstelle. Diese zentrale Führungsaufsichtsstelle wiederum wurde mit den Sozialen Diensten der Justiz sowie der forensischen Ambulanz zu einer Organisationseinheit zusammengeführt. Das ist bundesweit bislang einmalig.“

Die „Zentrale“ des Landesamtes soll ihren Sitz in diesen Räumlichkeiten hier in Rostock haben. Das heißt aber nicht, dass die Bewährungshelfer zukünftig alle von Rostock aus agieren. Vielmehr bleiben die bisherigen Geschäftsbereiche der Sozialen Dienste in Rostock, Schwerin, Neubrandenburg und Stralsund mit ihren Außenstellen sowie die flächendeckend eingerichteten Außensprechstellen uneingeschränkt erhalten.

Justizministerin Uta-Maria Kuder (CDU): „Tragende Argumente für die Errichtung des Landesamtes für ambulante Straffälligenarbeit als optimale Organisationsform sind:

Die Konzentration der gesamten ambulanten staatlichen Straffälligenarbeit in einer Behörde fördert die Erfüllung der gesetzlich zugewiesenen Aufgaben durch die enge Verzahnung.
Die Zusammenfassung in einem Landesamt verhindert Informationsverluste an den Schnittstellen zwischen den 3 Säulen der ambulanten Straffälligenarbeit und garantiert die Bearbeitung der vielfältigen und zum Teil problematischen Fälle nach landeseinheitlichen Standards.
Mit dem Landesamt steht für die Justizvollzugsanstalten aber auch für alle anderen in der Strafrechtspflege tätigen Institutionen ein entscheidungskompetenter und leistungsstarker Ansprechpartner zur Verfügung, der zeitnahes und effizientes Handeln sichert.
Der letztgenannte Aspekt erlangt besondere Bedeutung im Hinblick auf das seit Anfang April 2010 umgesetzte Überwachungskonzept „FoKuS“.

Im Sinne einer bürgerfreundlichen Verwaltung ist das Landesamt für ambulante Straffälligenarbeit für jeden – einschließlich der interessierten Öffentlichkeit – als die für diesen Bereich verantwortliche Behörde eindeutig erkennbar.

Gerade durch die Errichtung einer landesweit zuständigen neuen Behörde wird auch in der Außendarstellung gegenüber den Bürgern und den Medien die Bedeutung herausgestellt, die die Landesregierung der Aufgabe der Straffälligenarbeit beimisst.“

„Ich freue mich,“ so die Ministerin, „dass wir heute hier in den Räumlichkeiten des neuen Landesamtes zusammengekommen, um den Leiter, Herrn Manzewski, feierlich in sein Amt einzuführen. Er übernimmt die Leitung des Landesamtes heute offiziell, das heißt – für die Öffentlichkeit wahrnehmbar. Seine Berufung in diese Spitzenposition zeigt das große Vertrauen, das wir in ihn setzen. Diese verantwortungsvolle und schwierige, zugleich aber auch interessante und spannende Aufgabe wurde Herrn Manzweski übertragen, weil ich aufgrund seiner Persönlichkeit sowie seinen bisherigen beruflichen Erfahrungen und Leistungen davon überzeugt bin, dass er die auf ihn zukommenden Aufgaben erfolgreich meistern wird. Ich wünsche ihm für seine neue Aufgabe, für die Verantwortung, die er jetzt trägt, alles Gute und viel Erfolg.“

Information:

Herr Manzewski wurde 1960 in Kiel geboren. Die Erste juristische Staatsprüfung legte er 1987 in Schleswig, die Grosse Juristische Staatsprüfung 1992 in Hamburg ab. Im Januar 1993 wurden er zum Richter auf Probe in Mecklenburg-Vorpommern und im April 1998 zum Richter am Landgericht bei dem Landgericht Rostock ernannt. Er hat die Justiz schon aus vielen Blickwinkeln kennen gelernt. So war er als Richter beim Amtsgericht Bad Doberan, beim Amtsgericht und beim Landgericht Rostock in den verschiedensten Rechtsgebieten und als Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft in Rostock tätig. Vom 9. Oktober 1998 bis zum 31. Oktober 2009 (14. – 16. Legislaturperiode) war er Mitglied des Bundestages, dort Mitglied des Rechtsausschusses, später auch Mitglied des Unterausschusses Europarecht des Bundestages. Am 1. November 2009 nahm er seinen Dienst beim Landgericht Rostock wieder auf. Er war Beisitzer in einer erstinstanzlichen Zivilkammer, Beisitzer in einer Großen Strafkammer und einer Strafvollstreckungskammer. In der Strafvollstreckungskammer hat er bereits einen Bezug zu seinen neuen Aufgaben gehabt.

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