Inhaftierte in den JVA nutzten Angebote der Suchtberatung

30. Juni 2011 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Strafvollzug | Drucken

Suchtprobleme sind bei Gefangenen weit verbreitet. In den Justizvollzugsanstalten des Landes gibt es deshalb das Angebot der externen Suchtberatung. Im vergangenen Jahr haben insgesamt 4243 Gefangene dieses genutzt, 2009 waren es 4323. Einen deutlichen Rückgang gab es bei den Erstgesprächen zwischen Inhaftierten und Suchtexperten, von denen im Jahr 2010 genau 3518 geführt wurden. Im Vergleich zum Vorjahr sind das 13 Prozent weniger (2009: 4042), was auf die gesunkene Gefangenenzahl in den Justizvollzugsanstalten zurückzuführen ist.

„Mit der Suchtberatung im Justizvollzug bieten wir den Inhaftierten eine wichtige Hilfe an und schaffen die Voraussetzungen für den Weg aus der Sucht“, sagte Justizminister Rainer Stickelberger bei der Vorstellung der Suchtberatungsstatistik 2010 in Stuttgart: „Unser Ziel ist es, den Teufelskreis aus Sucht und Beschaffungskriminalität zu durchbrechen.“

Die Suchtberatung in den Justizvollzugsanstalten übernehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der anerkannten psychosozialen Beratungsstellen, die in der Landesstelle für Suchtfragen zusammengeschlossen sind. Sie bringen die notwendigen speziellen Kenntnisse für die Arbeit mit. „Die Zusammenarbeit zwischen den psychosozialen Beratungsstellen, dem Justizministerium und den Justizvollzugsanstalten läuft seit Jahren reibungslos“, erklärte der Minister.

Als besonders erfreulich bezeichnete er die Tatsache, dass 923 Männer und Frauen in Therapieangebote außerhalb der Justizvollzugsanstalten vermittelt werden konnten. Dies erfolgt im Rahmen des Grundsatzes „Therapie vor Strafe“ (nach § 35 des Betäubungsmittelgesetzes) oder mit einer Strafrestaussetzung, wobei die Betroffenen unverzüglich in einer geeigneten Einrichtung die Therapie beginnen müssen.

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