Internationaler Tag gegen Drogenmissbrauch

27. Juni 2011 | Themenbereich: Bayern, Justiz | Drucken

Anlässlich des Internationalen Tags gegen Drogenmissbrauch am 26. Juni 2011 appelliert Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk an den Bundesgesetzgeber, Doping im Sport ernster zu nehmen: „Wer Drogenmissbrauch effektiv bekämpfen will, der darf nicht bei Substanzen wie Heroin und LSD haltmachen. Auch viele Dopingmittel können der Gesundheit erheblich schaden. Seit 2008 ist auf diesem Gebiet durch den Bundesgesetzgeber jedoch nichts Wesentliches mehr passiert. Das ist alarmierend. Denn es sind nicht mehr nur Spitzensportler, die ihre Leistungsfähigkeit künstlich steigern wollen, sondern es wird zunehmend auch in Sportvereinen und Fitnessstudios gedopt. Doping hat im Sport nichts zu suchen. Deshalb mein nachdrücklicher Appell an den Bundesgesetzgeber: Doping muss umfassend unter Strafe gestellt werden!“

Derzeit wird nach dem Arzneimittelgesetz nur bestraft, wer Arzneimittel zu Dopingzwecken im Sport in den Verkehr bringt, verschreibt oder bei anderen anwendet. Unter Strafe steht auch der Besitz solcher Mittel, allerdings nur „in nicht geringer Menge“. Wer „nur“ eine Menge besitzt, wie sie für bloßen Eigengebrauch typisch ist, macht sich nicht strafbar. Es fehlen zudem konkrete Vorschriften, die den Handel oder den Erwerb von Dopingmitteln bestrafen.

Merk: „Wir müssen den Drahtziehern im Hintergrund das Handwerk legen. Aber erfolgreich werden wir den Dopingmissbrauch nur eindämmen, wenn auch der dopende Sportler mit Strafe rechnen muss. „Derzeit geht das Gesetz an der Realität vorbei. Auch wer nur geringe Mengen zum Eigenkonsum besitzt, muss zur Rechenschaft gezogen werden. Hier sage ich ganz klar: Null Toleranz bei Dopingmittelbesitz!“

Merk weiter: „Schon vor zwei Jahren habe ich in München die deutschlandweit einzige Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Verfolgung von Doping-Delikten eingerichtet. Es ist erschreckend, wie viel die Staatsanwälte dort zu tun haben. Und es wird jedes Jahr mehr!“

Hatte diese Staatsanwaltschaft 2009 noch 160 einschlägige Fälle zu bearbeiten, so waren es 2010 bereits 176. 2011 wurde diese Zahl fast schon nach den ersten fünf Monaten erreicht (175).

Merk abschließend: „Doping macht Sport zur Farce: Statt Fairness und Gesundheit bedeutet es Betrug und große Gefahren für den Körper. Wer einen sauberen Sport will, kommt an einem Anti-Doping-Gesetz nicht vorbei! Mein Entwurf hierzu ist seit zwei Jahren fertig. Jetzt ist der Bundesgesetzgeber dran!“

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