Facebook-Partys verantwortungslos und gefährlich

21. Juni 2011 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Zu Beginn der in Frankfurt/M. tagenden Innenministerkonferenz (IMK) fordert die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) das Gremium auf, sich mit dem aktuellen Problem ausufernder Facebook-Partys zu befassen und eine rechtssichere Lösung für den polizeilichen Umgang mit diesen herbeizuführen.

DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt sagte dazu in Berlin: „Facebook-Partys stellen die Polizei bundesweit vor völlig neue Probleme. Personell kann die Polizei solche Einsätze nur sehr schwer schultern. Die Kolleginnen und Kollegen, die gebraucht werden, fehlen an anderer Stelle – so bei der täglichen Einsatzbewältigung, bei der Strafverfolgung, der Kriminalitätsbekämpfung und der Gefahrenabwehr.“

Angesichts der sich rasant ausbreitenden „neuen Jugendkultur“ fordert die DPolG deshalb die IMK auf, für rechtssichere und für die Polizei praktikable Rechtsgrundlagen zu sorgen, um derartige Treffen bereits im Vorfeld verbieten zu können. Wer dazu einlädt, offenbart Unreife und Verantwortungslosigkeit. Deshalb muss der Staat tätig werden, bevor noch Schlimmeres als bisher passiert.

Wendt: „Wenn Facebook-Partys unter das Versammlungsgesetz fallen, würde das polizeiliche Einschreiten vereinfacht werden. Eine eindeutige gesetzliche Regelung ist auch notwendig, weil Ausschreitungen bei den jüngsten Partys gezeigt haben, dass sich bei solchen Partys mitunter Gruppen einschleichen, die andere Ziele verfolgen, als friedlich zu feiern. Es steht zu befürchten, dass Facebook-Partys von politisch extremen Gruppierungen oder schlichten Randalierern genutzt werden, um unter diesem Deckmantel andere Zwecke zu verfolgen.

3 Kommentare
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Das würde der Polizei so gefallen… da wäre dann jeder Event auf Facebook plötzlich eine drohende Facebook-Party, und so hätte man schnell ein Mittel, fast beliebige Events zu sprengen, weil die angeblich unter das Versammlungsgesetz fallen würden. Die Strategie dahinter ist ziemlich durchsichtig, mit Maßnahmen angeblich „präventiven“ Charakters möglichst viele Aspekte des privaten und öffentlichen Lebens kontrollieren zu wollen.

  2. „Es steht zu befürchten, dass Facebook-Partys von politisch extremen Gruppierungen oder schlichten Randalierern genutzt werden, um unter diesem Deckmantel andere Zwecke zu verfolgen.“

    Wir wörden alle störben!

  3. Warum sollen Partys auf einmal verantwortunglos und gefährlich sein? Gibt es Probleme mit extremisten auch während der eigentlichen party oder treten diese erst in erscheinung, wenn die polizei auftaucht und die party beenden möchte? Kann es sein, das die gefährliche Situation gar erst dadurch entsteht, das die Polizei bei diesen Facebook partys auftaucht?

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.