Gewalt im Fußball

17. Juni 2011 | Themenbereich: Brandenburg | Drucken

Anlässlich einer gemeinsamen Fachtagung des Landesfußballverbandes (LFV) und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) „Wohin rollt der Ball? – Fanverhalten im deutschen Fußball“ kamen fast 70 Experten aus Polizei und Fußballvereinen unseres Landes zu dem Ergebnis, dass eine finanzielle Beteiligung der Vereine an den Polizeieinsätzen zur Absicherung von Fußballspielen der falsche Ansatz ist, um der Zunahme der Gewalt Herr zu werden.

Joachim Masuch, Präsident des LFV hob noch einmal die Rolle der Vereine bei der Förderung von Kindern und Jugendlichen hervor. Nach seiner Auffassung würde die Absicht der Innenministerkonferenz (IMK), die Fußballvereine zur Kasse zu bitten, nicht nur am Problem vorbeigehen, sondern auch das finanzielle Aus für viele Amateurvereine bedeuten.

Auch für die Gewerkschaft der Polizei sind in diese Richtung gehende Einzelmeinungen aus IMK der realitätsfremd und kontraproduktiv.

Nach Auffassung von Jörg Radek, stellvertretender Bundesvorsitzender der GdP stellt sich der Staat damit lediglich ein Armutszeugnis aus. Vielmehr kommt es darauf an, dass sich alle Verantwortlichen ihrer Verantwortung bewusst werden. Dabei darf auch die Verantwortung der Spieler, Trainer und Medien nicht ausgeblendet werden. Auch diejenigen, die vom Fußball profitieren, wie die Deutsche Bahn AG oder Busunternehmen gehören mit an den Tisch.

Darüber hinaus müssen nach Vorstellung der Gewerkschaft der Polizei Spielpläne entzerrt werden, um nicht an einem Tag zeitgleich in Deutschland mehrere Risikospiele absichern zu müssen. Oftmals gehen die Länderpolizeien bei derartigen Überschneidungen an die Grenze des personell Machbaren.

Auch Tendenzen, Straftaten, wie beispielsweise Angriffe auf Bahnhofskioske oder das Zünden von Pyrotechnik, zu bagatellisieren und normalem Fanverhalten zuzuordnen, müssen der Vergangenheit angehören, wenn die Gesellschaft der Gewaltspirale Herr werden will.

Michael Silkeit, Landesvorsitzender der GdP sicherte zum Abschluss der Fachtagung eine Fortsetzung des Dialoges mit den Fußballvereinen unter Einbeziehung der Justiz, der Medien, Spieler, Trainer und Vertretern der Wirtschaft zu.

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