Nationales Cyber-Abwehrzentrum

16. Juni 2011 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Das Cyber-Abwehrzentrum, das Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich heute in Bonn einweiht, ist nach Auffassung der Deutschen Polizeigewerkschaft ein notwendiger und richtiger Schritt zum Schutz der kritischen Infrastrukturen in Deutschland und gegen Attacken auf Wirtschaft und Industrie. Damit erfüllt die Bundesregierung eine langjährige Forderung der DPolG und schließt eine Lücke im Kampf gegen terroristische und kriminelle Bedrohungen. Diesem richtigen Schritt müssen nun weitere folgen, so der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt.

In Berlin erklärte der DPolG-Bundesvorsitzende Rainer Wendt: „Innenminister Friedrich hat mit dieser Einrichtung grundsätzlich die richtige Antwort auf Bedrohungen gegeben, die aus dem Internet sowohl auf Wirtschaft und Industrie als auch auf kritische Infrastrukturen in Deutschland gegeben, wir begrüßen dies ausdrücklich. Allein die Vorstellung, dass durch einen erfolgreichen Angriff, etwa auf Schutzsysteme für Kraftwerke, Wasser- oder Stromversorgung die Bevölkerung millionenfach getroffen werden könnte, muss große Besorgnis auslösen. Ein Terrorangriff muss nicht mit Bomben oder Raketen erfolgen, er kann im Prinzip per email erfolgen. Panik, Unruhen und Hysterie in der Bevölkerung könnten jedenfalls mit polizeilichen Mitteln kaum zu bewältigen sein, deshalb war es dringend nötig, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Deutschland gegen diese Attacken nicht wehrlos ist.

Weitere Investitionen in diese Einrichtung sind allerdings dringend nötig, dies ist umso nötiger, als kriminelle Organisationen und Terroraktivisten auch künftig versuchen werden, besser zu sein, als die Polizei erlaubt. Weil Wirtschaft und Industrie profitieren, sollten sie hierzu auch bereit sein, eigene Beiträge zu leisten, und auch die Bundesländer sollten darum bemüht sein, sich zu beteiligen. Wünschenswert wäre gewesen, dass ein solches Zentrum gemeinsam mit allen Mitgliedsstaaten in der EU hätte verabredet werden können, aber offensichtlich dauern diese Prozesse in der EU immer noch zu lange, deshalb ist es richtig, dass der Bundesinnenminister jetzt ein solches Signal setzt. Die globale Vernetzung unserer Wirtschaft und Industrie und die Komplexität unserer Infrastrukturen erfordern eigentlich europäische Lösungen auf Bedrohungen dieser Art.

Die gewählte Organisationsform als Plattform zur Kooperation verschiedener Einrichtungen ist zeitgemäß, denn riesige Megabehörden gehören der Vergangenheit an. Dies könnte durchaus auch richtungsweisend für die künftige Sicherheitsarchitektur in Deutschland und Europa sein.“

1 Kommentar
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  1. … „Weil Wirtschaft und Industrie profitieren, sollten sie hierzu auch bereit sein, eigene Beiträge zu leisten, und auch die Bundesländer sollten darum bemüht sein, sich zu beteiligen“…

    Ich schlage da T-Systems, Siemens und die anderen üblichen Spezialexperten von Seiten der Industrie vor. Die haben ja auch schon früher bei Staats-IT Projekten mit Kompetenz geglänzt und werden es den phösen Hackern mal so richtig zeigen.

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