Kampf gegen Urkundenfälscher mit neuem Konzept

16. Juni 2011 | Themenbereich: Hessen, Kriminalität | Drucken

Landespolizeipräsident Udo Münch weihte im Polizeipräsidium Südhessen eine Urkundenprüfstelle ein. Durch das Zusammenwachsen der EU-Länder gewinnt die Bekämpfung der Urkundenfälschungen zunehmend an Bedeutung und ist ein wesentlicher Schwerpunkt der strategischen Ausrichtung hessischer Fahnder.

Zahlreiche Straftaten wie Kontoeröffnungsbetrug, Kreditbetrug, betrügerisches Anmieten von Fahrzeugen, illegaler Aufenthalt, Menschenhandel, verbotene Prostitution, Rauschgiftkriminalität oder Geldwäsche begehen Täter mittels gefälschter oder verfälschter Dokumente (Urkunden).

„Die verwendeten Fälschungen werden stets professioneller und das Erkennen derselben zunehmend schwerer. Der volkswirtschaftliche Schaden ist erheblich“, nannte Münch einige Gründe, die zur neuen Konzeption führten, die Urkundenkriminalität effektiver und zukunftsorientierter zu bekämpfen.

Um „den richtigen Blick zu trainieren“ sensibilisiert Hessen seine Beamten für den Umgang mit Fälschungen. Zudem erhielten sie spezielle technische Ausstattung zum Prüfen der Fälschungsmerkmale. Die Funktion eines solchen Dokumentenlese- und Prüfgerätes wurde den geladenen Medienvertretern im Polizeipräsidium vorgestellt.

Mit der Einweihung gibt es in den Polizeipräsidien Nordhessen, Osthessen, Mittelhessen, Frankfurt am Main sowie in Südhessen jeweils eine Urkundenprüfstelle und landesweit insgesamt 15 Urkundenvorprüfstellen.

Künftig werden Verdachtsfälle in einem Vier-Stufen-Konzept abgearbeitet. Stufe eins bildet die Verdachtsschöpfung des Kontrollbeamten. In der Stufe zwei wird das Dokument, nach Vorlage in einer Vorprüfstelle, auf Fälschungsmerkmale überprüft. In der Stufe drei erfolgt die Vorlage in der Urkundenprüfstelle. Die Stufe vier bildet die Erstellung eines Gutachtens beim Hessischen Landeskriminalamt in Wiesbaden. Von hier aus wird zudem der ständige Informationsfluss zwischen den neuen Dienststellen gewährt.

Neben den vom BKA ausgebildeten Sachverständigen im Hessischen Landeskriminalamt wurden Mitarbeiter der hessischen Polizei zu Urkundenprüfern und Urkundenvorprüfern ausgebildet, um den Betrieb rund um die Uhr zu gewährleisten.

„In Hessen geht es Dokumentenfälschern künftig an den Kragen. Unsere Polizei nimmt mit der Umsetzung der Konzeption eine bundesweit führende Rolle in der Bekämpfung der Urkundenkriminalität ein“, betonte Münch in seiner Rede.

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