Einweihung des „Wächters“ im LAFP NRW in Selm

16. Juni 2011 | Themenbereich: Nordrhein Westfalen, Polizei | Drucken

Als kürzlich der noch verhüllte überlebensgroße „Wächter“ mit einem Lkw von der Museumsinsel Hombroich in der Liegenschaft des Landesamtes für Aus-, Fortbildung und Personalangelegenheiten des Landes Nordrhein-Westfalen (LAFP NRW) gebracht und der tonnenschwere Koloss mit Hilfe eines Krans aufgestellt wurde, ließen seine Ausmaße nur erahnen, welch eindrucksvolles Werk fortan an die im Dienst getöteten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte erinnern soll. Mit Spannung wurde die Enthüllung beziehungsweise Einweihungszeremonie erwartet.

Am heutigen Tag war es endlich soweit und die Polizei des Landes Nordrhein-Westfalen schaute nach Selm: Der „Wächter“ wurde durch den Minister für Inneres und Kommunales NRW Ralf Jäger feierlich eingeweiht. Zahlreiche Gäste aus sowohl Polizei als auch Politik suchten das LAFP NRW in Selm auf, um dem feierlichen Akt beizuwohnen und den im Dienst getöteten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten angemessen zu gedenken.

Im Mittelpunkt stand selbstverständlich die Stahlskulptur des Künstlers Anatol – der „Wächter“. Der 80-jährige ambitionierte Bildhauer, der den bürgerlichen Namen Karl-Heinz Herzfeld trägt, war nicht nur Schüler von Joseph Beuys sondern auch fast 40 Jahre lang Verkehrspolizist in Düsseldorf. Eine Professionsmischung, die ihn für die Verwirklichung eines solch wichtigen Projektes für die Polizei und deren Angehörigen prädestinierte. „Die meisten Menschen machen sich keine Gedanken, was die Polizei ist“, sagte der Künstler. „Dabei übernehme die Polizei eine wichtige Schiedsrichter- und Wächterfunktion. Der Wächter kommt und nimmt die Angst! Die Wächter werden sehr wichtig werden!“, so Anatol über sein Werk. Also nicht nur Mahnmal sondern auch symbolischer Wächter „von Polizisten für Polizisten“ – für die im Dienst eingesetzten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten.

Mehr als 80 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte aus Nordrhein-Westfalen sind nach Kriegsende im Dienst getötet worden. Einige hundert Beamte kamen seither bei weiteren Dienstunfällen ums Leben. Die Idee zu der Gedenkstätte kam aus den Reihen der Polizei. Verwirklicht hat das Projekt die Polizeistiftung NRW, die über Spenden für die Finanzierung sorgte. Für die Unterstützung der Hinterbliebenen wurde die Polizei-Stiftung NRW 1997 eingerichtet, die sich auch um die Kollegen kümmert, die im Einsatz schwer verletzt wurden.

Der Minister für Inneres und Kommunales Ralf Jäger eröffnete die Feierstunde und machte in seiner Rede die große Gefahr deutlich, denen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte regelmäßig ausgesetzt sind. Der Minister: „In dieser Welt brauchen wir dringend Menschen, die zur Wahrung der Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und Freiheit unserer Gesellschaft, ja eines jeden einzelnen von uns, ihre eigene Gesundheit und ihr Leben einsetzen. Die Gedenkstätte setzt dauerhaft ein sichtbares Zeichen dafür, dass Polizistinnen und Polizisten ihre Gesundheit und ihr Leben früher, jetzt und in Zukunft für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger dieses Landes und zum Schutz der Demokratie geben.“

Der Direktor des LAFP NRW Dieter Schmidt unterstrich die Worte des Ministers Ralf Jäger und schloss mit den Worten: „Wir verbinden an diesem Ort den Grenzgang mit Mahnung und Gedenken. Zum Gedenken werden unsere jungen Kolleginnen und Kollegen Namen von in Ausübung des Dienstes getöteten Kolleginnen und Kollegen vorlesen. Wir gedenken dabei aller im Dienst getöteten Kolleginnen und Kollegen.“

Stellvertretend für alle verstorbenen Kolleginnen und Kollegen berichtete der Direktor des LAFP NRW Dieter Schmidt von dem tragischen Tod des noch sehr jungen Kollegen Michael Reckels, dessen Mutter und vier Geschwister der Einweihungszeremonie in Selm beiwohnten. Im Anschluss legte Herr Schmidt mit der Mutter des verstorbenen Kollegen eine erste Rose an der Gedenkstätte nieder. Im weiteren Verlauf wurden weitere Namen von getöteten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten von den Studierenden verlesen sowie Rosen am Fuße des Wächters abgelegt.

Die emotionale Zeremonie wurde durch das Landes Polizeiorchester NRW begleitet, die für die musikalisch klassische Untermalung der Einweihungsfeier sorgten.

Quelle: LAFP NRW

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