Der „polizeiliche Einsatztourismus“ boomt!

16. Juni 2011 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) kritisiert die Zunahme des „polizeilichen Einsatztourismus“ von Bayern in andere Bundesländer. Der stellvertretende DPolG-Landesvorsitzende Rainer Nachtigall hält es für inakzeptabel, dass Bundesländer bayerische Einsatzkräfte zu einem Spottpreis anmieten können. Er fordert daher, dass sich diese Form des „Rent A Cop“ zu Dumpingpreisen nicht länger rechnen darf.

Nachtigall bilanziert, dass allein bayerische Polizeieinheiten in den letzten fünf Jahren über eine Million Einsatzstunden in anderen Bundesländern geleistet haben. Nach den Ankündigungen anderer Bundesländer, eigene Stellen für Polizeibeamtinnen und -beamte weiter abzubauen, ist zu befürchten, dass diese „Leiharbeit“ stetig zunehmen wird. „Die Leidtragenden dieses „Einsatztourismus“ sind die bayerischen Polizeibeamtinnen und –beamten in geschlossenen Einheiten, die nach anstrengenden Einsätzen wenig Regenerationszeiten und oft wochenlang kein freies Wochenende mehr haben.“

„Während der Freistaat Bayern für eine Einsatzkraft durchschnittliche Personalkosten in Höhe von 250 Euro pro Arbeitstag tragen muss, können andere Bundesländer den gleichen Beamten für nur 1,30 Euro pro Tag zur Bewältigung ihrer Einsatzlagen anmieten.“ Daher ist es für Nachtigall nicht verwunderlich, dass manche Bundesländer lieber beim Personal, der Ausund Fortbildung sowie Ausstattung der eigenen Polizei sparen.

Grundsätzlich ist jedes Land aufgefordert zur Bewältigung ihres Einsatzgeschehens ausreichend eigene Kräfte vorzuhalten. Die Kosten-Nutzen-Abwägung zwischen eigenen Polizeibeamten und „just in time“ ausgeliehenen Fremdkräften darf sich für diese Länder nicht länger rechnen. Die DPolG fordert daher einen deutlich höheren Personalkostenansatz beim „polizeilichen Einsatztourismus“.

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