JVA Neuruppin-Wulkow feiert zehnjähriges Bestehen

15. Juni 2011 | Themenbereich: Brandenburg, Strafvollzug | Drucken

Aus Anlass des zehnjährigen Bestehens der Justizvollzugsanstalt Neuruppin-Wulkow in diesem Jahr besucht Justizminister Dr. Volkmar Schöneburg am Mittwoch, 15. Juni 2011, die viertgrößte Anstalt des Landes, die in der Zeit von 1999 bis 2001 auf einer ehemaligen Liegenschaft der GUS-Streitkräfte errichtet wurde. Für den Bereich des Anstaltssports, der für die Gefangenen auch einen therapeutischen Wert hat, übergibt der Minister bei der Gelegenheit Boxsäcke und Boxhandschuhe.

Mit 300 Haftplätzen ist die JVA Neuruppin-Wulkow doppelt so groß wie die durch sie ersetzten drei kleinen Anstalten in Potsdam, Neuruppin und Prenzlau, die gemeinsam über 148 Plätze verfügten. Größer als die JVA Neuruppin-Wulkow sind die Anstalten in Cottbus-Dissenchen (600 Plätze), Luckau-Duben (449) und Brandenburg/Havel (413), kleiner sind die JVA Frankfurt (Oder) (155) sowie die Jugendstrafanstalt Wriezen (206).

Geplant und für knapp 40 Millionen Euro fertiggestellt wurde die JVA Neuruppin-Wulkow in einer Zeit, in der die Gefangenenzahlen stetig stiegen, das Land Brandenburg mit etwa 2400 Gefangenen einen Höchststand erreichte und prognostiziert wurde, das Land benötige im Jahr 2010 etwa 2700 Haftplätze. Das Gegenteil ist eingetreten. Inzwischen schwankt die Zahl der Gefangenen zwischen 1500 und 1600. Zur Lösung der Probleme, die sich aus der rückläufigen Gefangenenzahl ergeben, wird in der zweiten Jahreshälfte ein überarbeitetes Justizvollzugskonzept vorgestellt.

Schöneburg: „Der Bestand der JVA Neuruppin-Wulkow ist nicht gefährdet. Ob in einigen Anstalten einzelne Abteilungen verändert werden oder ob eine ganze Anstalt geschlossen werden muss, ist noch nicht entschieden. Es könnten sich kurzfristig noch weitere Lösungsmöglichkeiten abzeichnen. Wir sind gerade dabei, dies zu sondieren.“

Die JVA Neuruppin-Wulkow ist für männliche Erwachsene konzipiert, die eine Haftstrafe bis zu zwei Jahren zu verbüßen haben. Insofern ist die JVA – anders als die für Langstrafer gebauten Anstalten in Cottbus, Luckau-Duben und Brandenburg/Havel – kein Hochsicherheitsgefängnis. Von den 300 Haftplätzen in der JVA Neuruppin-Wulkow befinden sich 140 Plätze im geschlossenen, 40 im offenen Vollzug und 120 in der Untersuchungshaft.

Ein mehrstufiges Sicherheitssystem umgibt die Anstalt. Der geschlossene Bereich der JVA ist durch zwei jeweils 4,50 Meter hohe Stahlzäune gesichert. Zwischen diesen Barrieren liegt eine noch höhere Umwehrungsmauer. Bereits die Berührung des inneren Stahlgitterzauns löst Alarm aus. Lediglich der Bereich des offenen Vollzuges ist – aufgrund der geringeren Gefährdungslage – von einem 2,50 Meter hohen Zaun umschlossen.

Die Sicherheit im Inneren der Anstalten wird zudem durch das große Engagement und die hohe Professionalität der Vollzugsbediensteten gewährleistet. Von den etwa 1100 landesweit tätigen Bediensteten arbeiten etwa 130 in der JVA Neuruppin-Wulkow.

Besorgniserregend in allen Anstalten des Landes ist allerdings der allgemein hohe Krankenstand. Bedingt ist er sowohl durch die enormen Anstrengungen, die der Beruf verlangt, als auch durch das hohe Durchschnittsalter von fast 50 Jahren. Der Krankenstand von 10 bis 15 Prozent bedeutet, dass täglich etwa 120 bis 150 Mitarbeiter der Justizvollzugsanstalten krankheitsbedingt nicht ihren Dienst antreten können. Ein Teil der Problemlösung besteht darin, dass seit dem Amtsantritt von Justizminister Dr. Schöneburg 40 junge Vollzugsbedienstete ihre Ausbildung in der Dienstleistungsabteilung in Brandenburg/Havel begonnen haben. Bei auch in den kommenden Jahren fortgesetzter Ausbildung können die Altersabgänge annährend ausgeglichen werden.

Bei einem „Festmarkt der Möglichkeiten“, der heute im Bereich des offenen Vollzuges stattfindet, präsentiert die JVA Neuruppin-Wulkow interessierten Besuchern eine Auswahl der in der Anstalt hergestellten Meisterhaft-Produkte. Schwerpunkte bilden die Produktion von kleinen Keramikarbeiten und Holztieren. Zusätzlich werden durch den Eigenbetrieb der Anstalt Auftragsarbeiten im

Holzbereich übernommen. Beispielsweise werden Einzelteile für Strandkörbe produziert. Die Besucher können zudem an Führungen durch die Werkstatt und einen Musterhaftraum teilnehmen.

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