ADAC steigt in Erste-Hilfe-Ausbildung ein

15. Juni 2011 | Themenbereich: Bayern, Bevölkerungsschutz | Drucken

Mit „Gelbhilft“ steigt der ADAC in Südbayern im großen Stil in die Erste-Hilfe-Ausbildung ein. Besonders Führerscheinneulinge nimmt der Automobilclub ins Visier. Bei den Hilfsorganisationen verursacht dies Unbehagen, sucht der ADAC doch Ausbilder, die Lust haben, als Freiberufler tätig zu werden.

In Regensburg, Ingolstadt, Augsburg und Rosenheim ist die neu gegründete ADAC-Tochter bereits aktiv. Insgesamt soll das Netz an Ausbildungsstätten in Südbayern auf 21 Standorte ausgebaut werden.

Die Ausbilder können gewerblich als Freiberufler für „Gelbhilft“ tätig werden. Für die „lebensrettenden Sofortmaßnahmen“ (LSM) werden dem Ausbilder 70 Euro vergütet. Der Betrag ist allerdings keine steuerfreie Aufwandsentschädigung, sondern muss voll versteuert werden. Zusatzeinnahmen kann der Ausbilder generieren, wenn er unter seinen Kursteilnehmern neue ADAC-Mitglieder gewinnt.

Ausbilder, die bei „Gelbhilft“ einsteigen, besuchen auf alle Fälle einen Workshop zum Thema der „Mitgliedergewinnung“. Interessenten, die eine Ausbildung zwischen Sanitäter und Rettungsassistent vorweisen können, sind dem ADAC ebenfalls willkommen. Hier will der Verein die Lehrgangsteilnahme zum Ausbilder in Erster Hilfe finanzieren, sofern sich der Bewerber zwei Jahre zur Mitarbeit bei „Gelbhilft“ verpflichtet. In zahlreichen Anzeigen sucht der ADAC aktuell nach geeigneten Ausbildern.

Offiziell heißt es, der ADAC Südbayern will mit „Gelbhilft“ einen Beitrag zur Qualitätssicherung von Erste-Hilfe- und LSM-Kursen leisten. Tatsächlich nimmt der ADAC mit seinem Startup besonders die Führerscheinneulinge ins Visier und wirbt mit einem Jahr kostenloser ADAC-Mitgliedschaft für jeden Führerscheinbewerber, der seinen Kurs in lebenrettenden Sofortmaßnahmen beim ADAC absolviert.

Eine der von diesem Vorstoß betroffenen Hilfsorganisationen ist der BRK-Kreisverband in Rosenheim. „Es hat für uns den Anschein, dass es dem ADAC in erster Linie um die Mitgliedergewinnung geht“, glaubt Kreisgeschäftsführer Martin Schmidt. Bisher sind dem Roten Kreuz in Rosenheim noch keine Ausbilder von der Fahne gegangen. „Wir werden die Entwicklung aber genau beobachten“, versichert Schmidt.

Auch in der betrieblichen Erste-Hilfe-Ausbildung will „Gelbhilft“ Fuß fassen. Die Berufsgenossenschaften haben die ADAC-Tochter als Ausbildungsstelle bereits zugelassen.

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