DPolG NRW für Auslandseinsätze

14. Juni 2011 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

In einer Stellungnahme vor dem Innenausschuss bekräftigte der Landesvorsitzende Erich Rettinghaus die Unterstützung für die im Ausland eingesetzten Kolleginnen und Kollegen. „Dort wird hervorragende Arbeit geleistet. Die Kolleginnen und Kollegen jetzt abzuziehen, würde die bisherige Arbeit zu Nichte machen. Die im Aulsand eingesetzten Polizisten verdienen den größten Respekt und Anerkennung!“

Beginnend im Jahr 2002 mit der Schaffung eines Projektes zum Wiederaufbau in Kabul, wurden deutsche Polizisten auch in Mazar-e Sharif, Kunduz und Feyzabad eingesetzt. Deutschland beteiligte sich ab Mitte 2007 zunächst bei EUPOL durch die Entsendung von Experten und schließlich folgend im GPPT. Der Schwerpunkt liegt in einer Vielzahl von Aus- und Fortbildungsmaßnahmen in den Trainingszentren Mazar-e Sharif, Kunduz und Feyzabad und seit Mitte 2010 auch in Kabul und im FDD – Focused District Development Programm – in ausgewählten Distrikten in Nordafghanistan.

In Nordrhein-Westfalen hat das Bildungszentrum Brühl eine besondere Rolle
übernommen.

Es ist eines von bundesweit nur drei Trainingszentren für die umfassende Vorbereitung deutscher Polizisten auf Auslandseinsätze. Die beiden anderen Standorte sind die Bundespolizeiakademie in Lübeck und die Akademie der Polizei Baden-Württemberg in Wertheim. Das Bildungszentrum Brühl wurde im Jahre 2010 neben der Bundespolizeiakademie Lübeck als eines der beiden ersten Trainingszentren weltweit von den Vereinten Nationen zertifiziert. Dort wurden und werden auch immer wieder Polizisten anderer Länder, u.a. aus den Niederlanden, der Schweiz und Japan auf den Missionseinsatz vorbereitet. Beim internationalen Austausch der Trainingszentren nimmt Brühl einen herausragenden Platz ein und steht für das besondere Engagement von NRW im Bund-Länder Gefüge.

Wünschenswert wäre ein größerer Anteil von Polizeibeamten des höheren Dienstes im Auslandseinsatz.

Deutschland hat sich innerhalb der EU im Jahre 2000 verpflichtet, zeitgleich bis zu 910 Polizeibeamte in Internationale Einsätze zu entsenden. Derzeit (Stand 05/ 2011) befinden sich lediglich etwa 340 Polizisten im Einsatz. Deutschland ist in den Führungs- und Schlüsselpositionen bei der EU und UN, gemessen am Beitrag, unterrepräsentiert. Nur wenn man dauerhaft solche Positionen besetzt, kann man Einfluss auf den Kurs einer Mission nehmen und im positiven Sinne mit gestalten. Exekutivmissionen wie im Kosovo von 1999 werden zur Seltenheit – Missionen wie Afghanistan erfordern eine erstklassige Beratung, beispielsweise von Führungskräften der nationalen Polizei und im jeweiligen Innenministerium. Es sind verstärkt erfahrene und hochrangige Spezialisten gefordert, die sich sprachlich und fachlich sicher auf dem internationalen Parkett bewegen können.

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