Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) kein Abbild der tatsächlichen Kriminalität

20. Mai 2011 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

„Der Rückgang der Gesamtzahl der Straftaten und höhere Aufklärungsquoten trügen den Blick für tatsächlich stattgefundene Kriminalität, bei der die Bürger zunehmend Opfer werden“, relativiert der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen die vermeintlich „guten Zahlen“ der Kriminalstatistik 2010. Der in den Jahreszahlen genannte Anstieg der Straftaten im Internet bildet nicht einmal annähernd den Umfang der dort tatsächlich stattgefundenen Kriminalität ab. „Das hat seinen ganz einfachen Grund in der verabredeten Zählweise der Straftaten“, erläutert der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen und nennt hierfür Beispiele: „In der PKS werden nach dem Tatortprinzip nur Straftaten gezählt, die in der Bundesrepublik Deutschland begangen werden. Die meisten Betrügereien im Internet werden vom Ausland her begangen. Nicht nur das dies einen schwierigen Ermittlungsaufwand bedeutet, nein diese Straftaten werden in der PKS nicht gezählt, weil sie nach dem Tatortprinzip im Ausland stattgefunden haben“.

Ein weiteres, ganz einfaches Beispiel für die verzerrende Darstellung von Internetkriminalität gibt der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen: „Jemand bemächtigt sich der persönlichen Daten eines Internetnutzers, der bei einer Verkaufsplattform im Netz angemeldet ist. Mit diesen Daten bietet er einen besonders günstigen Fernseher auf dieser Plattform zum Verkauf mit Vorkasse an. Hunderte von Interessenten zahlen auf das angegebene Konto die Vorkasse, bekommen natürlich den Fernseher nicht geliefert.“

Ergebnis ist, dass es hunderte von Betrugsopfern gibt, die ermittelt und angehört werden müssen und der Inhaber der gestohlenen Personendaten sieht sich zunächst polizeilichen Ermittlungen wegen hundertfachen Betrugs ausgesetzt.

„Das Ganze zählt aber in der PKS lediglich als eine einzige Tat“, beschreibt der BDK-Bundesvorsitzende Klaus Jansen das zusätzliche Missverhältnis von tatsächlich entstandenen Opfern, kriminalistischem Ermittlungsaufwand und der abgebildeten Anzahl der Straftaten.

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