DPolG: Tatsächliche Kriminalität höher – Negative Entwicklung

20. Mai 2011 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) bemisst der heute vorgestellten bundesweiten Polizeilichen Kriminalstatistik für 2010 nur eingeschränkte Aussagekraft zu. Die Zahl von knapp 6 Millionen Straftaten entspricht nicht der tatsächlichen Anzahl von Straftaten, so DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt. „Die Statistik spiegelt nur Fälle wieder, die der Polizei gemeldet oder von Polizisten selbst registriert werden. Es ist jedoch von einer hohen Dunkelziffer auszugehen. Dies ist nicht zuletzt dem dramatischen Stellenabbau bei der Polizei in den vergangenen Jahren geschuldet. Wo weniger Kontrollen stattfinden, gibt es auch weniger Vorfälle festgestellt.“ sagte Wendt.

Als besorgniserregend wertet die DPolG die zunehmende Zahl an Wohnungseinbrüchen. Wendt: „Dies ist ein typisches Beispiel dafür, dass mit mehr Einsatz und Personal auch bessere Ergebnisse erzielt werden könnten. Verstärkte Präsenz von Polizei auf der Straße würde potentielle Täter abschrecken und das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung verbessern. Überdies sind Wohnungseinbrüche Taten bei denen häufig DNA-Spuren zurückbleiben. Leider gibt es jedoch einen riesigen Stau, was die Auswertung von DNA angeht. An dieser Stelle müssen deutlich die personellen und technischen Kapazitäten ausgebaut werden. Stattdessen kann man auf die meisten Blutproben im Straßenverkehr verzichten.“

Positiv registriert die DPolG, dass erstmals in der Kriminalstatistik die Zahl der Widerstandshandlungen gegen Polizeivollzugsbeamte aufgeführt wird. Damit wurde eine grundlegende Forderung der DPolG erfüllt. Wendt: „Die Zahl von 21.498 Widerstandshandlungen bedeutet, dass es täglich zu fast 60 Angriffen auf Polizeibeamte kommt. Es muss nun alles getan werden, um diesem Phänomen Einhalt zu gebieten.“

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