BDWS lehnt „Ein- und Zwei-Euro-Jobber“ als ÖPV-Sicherheitskräfte ab

17. Mai 2011 | Themenbereich: Security | Drucken

Am 12. Mai fand auf Einladung des Innenausschusses im nordrhein-westfälischen Landtag ein Sachverständigengespräch zur Verbesserung der Sicherheit im öffentlichen Personenverkehr statt. Peter H. Bachus vertrat als Vizepräsident und Vorsitzender des Fachausschusses ÖPV den Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen e. V. (BDWS). „Wir als private Sicherheitsdienstleister verstehen uns als ein Teil, der kompetent zur Lösung von Sicherheitsherausforderungen im ÖPV beitragen kann und will“, so Bachus gegenüber Vertretern aller im Landtag vertretenen Parteien, von Verkehrsverbünden und -betrieben sowie der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG). Bundesweit seien täglich circa 8.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter privater Sicherheitsdienstleister im Einsatz.

Allein in Nordrhein-Westfalen seien über 1.000 qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter privater Sicherheitsdienstleister zur Erhöhung subjektiver und objektiver Sicherheit eingesetzt. „Dabei geht es in erster Linie darum, dem Fahrgast eine reibungslose und sichere Fahrt zu ermöglichen. Mit „Ein-Euro-Billigkräften“ kann die Komplexität der Sicherheit im ÖPV nicht bewältigt werden. Nur qualifizierte Sicherheitsmitarbeiter in hinreichender Zahl können im Verbund mit Sicherheitsbehörden und Technik die Sicherheit – auch die gefühlte – im ÖPV effektiv erhöhen“, so Peter H. Bachus weiter.

Eine Umfrage bei BDWS-Mitgliedern, die in Nordrhein-Westfalen im ÖPV tätig sind, habe ergeben, dass in den zurückliegen Wochen und Monaten die Nachfrage an qualifiziertem Personal gestiegen sei. Insbesondere auf den weniger frequentierten Strecken werde der Einsatz von Doppelstreifen im Sinne polizeilicher Präventionsarbeit für sinnvoll erachtet. Dem Einwand der Abgeordneten Anna Conrads, Sprecherin der Fraktion DIE LINKE, Sicherheitsmitarbeiter seien schlecht bezahlt und nicht qualifiziert, widersprach Bachus. Der Tariflohn für Sicherheitsmitarbeiter im ÖPV liegt nahezu 50 Prozent über dem ab 1. Juni 2011 geltenden Mindestlohn für Sicherheitsdienstleistungen in NRW. Betrachte man das Bruttoeinkommen eines studierten Polizeikommissars mit circa 2.200,00 Euro so sei das Verdienstdelta zu einem Sicherheitsmitarbeiter gering. Bezüglich der Qualität ging er auf die IHK-Sachkundeprüfung für Sicherheitsmitarbeiter in U- und S-Bahnen als Grundvoraussetzung ebenso ein wie auf die Ausbildungsberufe Fachkraft und Servicekraft für Schutz und Sicherheit, die unter anderem im ÖPV nachgefragt würden und zum Tragen kämen. „Allerdings muss der Auftraggeber auch zahlungsfähig beziehungsweise -willig sein“, so der BDWS-Vizepräsident abschließend. Und bei der Zahlungsbereitschaft breche sich Anspruch und Wirklichkeit. Die Politik könne durch eine klare Position für den Einsatz qualifizierter privater Sicherheitsdienste im ÖPV dazu beitragen, dass Auftraggeber sich stärker auf die Qualität der Sicherheitsdienstleistung als auf ihren Preis konzentrieren.

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