Schichtwechsel nicht ursächlich für die Katastrophe

16. Mai 2011 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

„Der Schichtwechsel bei der Polizei war nicht ursächlich für die Katastrophe bei der Duisburger Loveparade. Das ergibt sich schon aus dem zeitlichen Ablauf“, darauf hat der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Frank Richter in Bezug auf die heute veröffentlichte Vorabmeldung des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ aufmerksam gemacht. Nach Informationen der GdP waren die neuen Kräfte zum Teil bereits mehr als zwei Stunden im Einsatzraum, bevor es zur Massenpanik im Zugangsbereich zum Festivalgelände gekommen ist. Ursprünglich war der Austausch der Einsatzkräfte für 16.00 Uhr geplant. Weil aus der Erfahrung der vorangegangenen Loveparade-Veranstaltung zwischen 16.00 und 17.00 Uhr mit einem größeren Andrang von Festivalbesuchern gerechnet werden musste, hatte die Polizeiführung den Austausch auf den Zeitraum von 14.00 bis 15.30 Uhr vorgezogen. „Das Vorziehen des Kräfteaustauschs war also kein Fehler, sondern ist ein Hinweis für das umsichtige und verantwortungsvolle Verhalten der Polizeiführung“, sagte Richter.

Zudem erinnerte der GdP-Landesvorsitzende daran, dass bei mehr als zwölf Stunden dauernden Veranstaltungen ein Austausch der Polizeikräfte zwingend vorgeschrieben ist. „Das verlangt nicht nur die Europäische Arbeitszeitverordnung, sondern auch der gesunde Menschenverstand, weil die Polizei sonst gezwungen wäre, vollkommen übermüdete Polizisten in brisante Einsätze zu schicken.“

Auch der vom „Spiegel“ erhobene Vorwurf, dass es bei der Polizei während des Loveparade-Einsatzes größere Kommunikationsprobleme gegeben habe, als bislang bekannt, entbehrt nach Beobachtungen der GdP jeder Grundlage. „Dass der störanfällige Analogfunk der Polizei dringend durch den Digitalfunk ersetzt werden muss, ist seit langem bekannt und war auch bereits mehrfach Gegenstand der Diskussionen im Düsseldorfer Innenausschuss. Belege für einen ursächlichen Zusammenhang zwischen den Problemen beim Funkverkehr und der späteren Tragödie bei der Loveparade haben sich dabei bislang nicht finden können.

Mit Blick auf die Schuldfrage erinnerte Richter daran, dass die Polizei bislang als einziger der an der Loveparade beteiligten Akteure offen mit eventuell von ihr begangenen Fehlern umgegangen ist. „Das erwarte ich auch vom Veranstalter Lopavent und der Stadt Duisburg“, sagte Richter.

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