Europäischer Preis für Präventionsfilm der Polizei

10. Mai 2011 | Themenbereich: Prävention | Drucken

Der Film „Handygewalt“ der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes hat auf dem „European Crime Prevention Film Festival“, das vom 20. bis 22. April im ungarischen Székesfehérvár stattfand, den Preis für das beste Drehbuch gewonnen.

Insgesamt 14 Präventionsfilme aus ganz Europa waren für das „European Crime Prevention Filmfestival“ in Székesfehérvár nominiert. Eine Jury aus Vertretern der ungarischen Polizei sowie Professoren und Studenten der Kodolányi János University of Applied Sciences bewerteten die Teilnehmer. Die Auszeichnung wurde im Rahmen der Konferenz „Police Programmes for Crime Prevention in Schools“ verliehen, die auf Initiative des EU-Vorsitz-Landes vom 20. bis 22. April im ungarischen Székesfehérvár stattfand. Rund 80 Polizisten aus ganz Europa, die im Bereich Kriminalprävention tätig sind, nahmen daran teil. Ziel der Konferenz war es, sich über besonders gelungene Polizei-Präventionsprogramme für Schulen europaweit auszutauschen.

Der Film „Handygewalt“ thematisiert das unter Jugendlichen verbreitete „Happy Slapping“, das Filmen und anschließende Verbreiten von Gewalttaten mittels Mobiltelefon. „Erschreckend dabei ist, dass die Täter an immer noch spektakuläreren Taten interessiert sind, um dadurch Aufsehen zu erregen – mit immer schlimmeren Folgen für die Opfer. Diese stehen der massenhaften Verbreitung solcher Videoclips meist hilflos gegenüber“, sagt Prof. Dr. Wolf Hammann, der Vorsitzende der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes und Landespolizeipräsident von Baden-Württemberg. „Der Film ist hervorragend geeignet, um diesen Grausamkeiten die vermeintliche Harmlosigkeit zu nehmen, für das Leid der Opfer zu sensibilisieren und Unrechtsbewusstsein zu schaffen“, so Hammann. Dies bestätigt auch die Auszeichnung.

In einer fünfminütigen Episode wird der Übergriff einer Gruppe von vier Jugendlichen auf einen Gleichaltrigen gezeigt. Dieser sucht dank der Unterstützung einer Mitschülerin Hilfe bei Eltern und Polizei und kann sich so erfolgreich gegen die Täter wehren. Dabei greift der Film Erfolg versprechende Faktoren der Präventionsarbeit auf: Er thematisiert das mangelnde Mitgefühl der Täter, in dem er die Opferperspektive einnimmt und zeigt darüber hinaus, welche Möglichkeiten der Angegriffene hat, sich zu wehren. Er appelliert an die Zivilcourage der Mitschüler, sich einzumischen und dem Opfer zu helfen. Auch die strafrechtlichen Konsequenzen für die Täter sind Thema. Die Botschaft ist: Nicht nur die Körperverletzung, auch die Verbreitung der Tathandlung mittels Mobiltelefon, ist eine Straftat. Lehrerinnen und Lehrer finden in einem Begleitheft zum Film Anregungen für den Unterricht, die in Zusammenarbeit mit erfahrenen Pädagogen entwickelt wurden.

„Handygewalt“ wurde 2009 in Kooperation mit dem Informationszentrum Mobilfunk e.V. (IZMF) zum ersten Mal veröffentlicht. Der Film ist Teil des Medienpakets „Abseits?!“, das die Polizei für die Gewaltprävention an Schulen konzipiert hat. „Abseits?!“ umfasst insgesamt fünf Kurzfilme zu den Themen Mobbing, Sachbeschädigung, Abzocke sowie verbale und körperliche Aggression. Aufgrund der hohen Nachfrage und positiven Resonanz hat die Polizei das Paket, das 2004 zum ersten Mal erschien, 2009 neu aufgelegt und um den Film „Handygewalt“ ergänzt. Insgesamt wurden gemeinsam mit dem IZMF 80.000 DVDs produziert.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.