Personalnot bei der Polizei

6. Mai 2011 | Themenbereich: Bayern, Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) beklagt den zunehmenden Personalnotstand in Bayerns Polizeidienststellen. DPolG Landesvorsitzender Hermann Benker lobt zwar die Bemühungen des Innenministers Herrmann um höhere Einstellungszahlen, bezweifelt aber, dass diese in absehbarer Zeit zu einer spürbaren Verbesserung der Personalsituation führen werden. Die Auswirkungen früherer politischer personalpolitischer Fehlentscheidungen wird die Bayerische Polizei noch lange schmerzhaft spüren.

Die DPolG weist in diesem Zusammenhang auf Folgendes hin:

  • seit Jahren geht mehr Personal in Pension als nach ersetzt wird,
  • Ausfälle durch Schwangerschaften, Elternzeiten, Erkrankungen, eingeschränkte Dienstfähigkeiten können längst nicht mehr kompensiert werden,
  • der Altersdurchschnitt liegt häufig über 50 Jahre,
  • Mindestdienststärken wurden reduziert,
  • die Einsatzfähigkeit geschlossener Einheiten im polizeilichen Einzeldienst ist gefährdet,
  • die Kriminalpolizei hat nicht genügend Sachbearbeiter

Benker vergleicht diese Situation des Ministers mit der eines Fußballtrainers ohne Reservebank: „Wenn nur sechs Fußballer spielfähig sind, kann er keine vollständige Mannschaft auf das Spielfeld schicken. Wenn dann noch der Trainerstab das Ein- und Auswechseln neuer Spieler verpatzt, ist der Klassenerhalt gefährdet!“

Benker nimmt damit Bezug auf die jüngst bekannt gewordene Zahl von 337 Beamten der Bereitschaftspolizei, die nach Abschluss ihrer Ausbildung im September die Dienststellen der Landespolizei verstärken sollen.

Die DPolG kann den Unmut vieler Polizeipräsidien nachvollziehen, die massiv die fehlende Transparenz im Austauschverfahren kritisieren. Bis zum heutigen Tage ist nicht genau klar, wer wie viel Personal bekommt, da die Zahlen ständig korrigiert werden. Dies hat erhebliche Auswirkungen auf die Planungssicherheit der betroffenen Kolleginnen und Kollegen und der Polizeidienststellen. Neben dem „täglichen Wahnsinn“ und der Verschärfung der Sicherheitslage belasten diese Unsicherheiten den Dienstbetrieb in unsäglicher Weise.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.