Mindestlohn im Wach- und Sicherheitsgewerbe beschlossene Sache

6. Mai 2011 | Themenbereich: Security | Drucken

Für das Wach- und Sicherheitsgewerbe gilt ab 1. Juni 2011 ein gesetzlicher Mindestlohn. Das Bundeskabinett beschloss hierzu die entsprechende Verordnung, die in- und ausländische Arbeitgeber in der Wach- und Sicherheitsbranche gleichermaßen verpflichtet, ihren in Deutschland beschäftigen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern einen Mindestlohn zu zahlen. In Deutschland betrifft dies rund 170.000 Personen. Mit der bevorstehenden Veröffentlichung im Bundesanzeiger wird der Mindestlohn-Tarifvertrag dann allgemeinverbindlich.

„Nachdem wir bereits seit rund drei Jahren im Gebäudereinigerhandwerk gute Erfahrungen mit gesetzlichen Mindestlöhnen gesammelt haben, begrüßen wir diese Entscheidung der Regierung“, unterstreicht Friedrich P. Kötter, Geschäftsführer der KÖTTER Unternehmensgruppe. „Diese Mindestlöhne als absolute gesetzliche Untergrenze für qualifizierte Arbeit werden einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Mitarbeiter abzusichern und die Qualität in der Sicherheitsbranche weiter zu steigern. Dumpinganbietern, die ihren Erfolg bisher Niedrigstlöhnen verdankten, kann künftig das Handwerk gelegt werden.“

Der Bundesverband Wach- und Sicherheitsunternehmen e.V. (BDWS) und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) hatten – gerade mit Blick auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit – frühzeitig ihr Interesse an einer entsprechenden Mindestlohnregelung bekundet.

Der Mindestlohn-Tarifvertrag beginnt z.B. in den neuen Bundesländern mit einem Stundengrundlohn von 6,53 Euro. Er führt über mehrere Stufen auch in den Tarifgebieten mit den derzeit niedrigsten Untergrenzen zu einem einheitlichen Branchenmindestlohn von 7,50 Euro bis spätestens zum 1. Januar 2013. Die höchsten Mindestlöhne liegen derzeit bei 8,46 Euro in Baden-Württemberg und 8,00 Euro in Bayern. Diese steigen bis zum 1. Januar 2013 auf 8,90 Euro beziehungsweise 8,42 Euro.

Neben der verbindlichen Vorgabe für in- und ausländische Unternehmen, die Löhne gemäß der Entlohnung am Ort der Arbeitserbringungen zu bezahlen, birgt der Mindestlohn-Tarifvertrag nach Ansicht Friedrich P. Kötters weitere Vorteile:

„Für Kunden und Sicherheitsdienstleister besteht eine Planungssicherheit für 2 ½ Jahre bis zum 31. Dezember 2013. Außerdem kommt es zu einer Annäherung der Löhne zwischen den alten und neuen Bundesländern.“

3 Kommentare
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  1. lassen wir uns überraschen. Mal sehen, was für Schlupflöcher unsere Chefs finden, um weniger zu zahlen.

  2. dann werden einfach die täglichen arbeitsstunden gekürzt…anstatt 12std gibt es nur noch 8std. auch die auftraggeber werden erfinderisch. also bringen die paar cents auch nicht mehr geld

  3. Bei uns sollen von den 12 Stunden nur noch 11 bezahlt werden. Der Rest ist für Pausen, die der VDS vorschreibt. Sind im Monat auch mind. 20 Stunden weniger und nun noch die Kürzung von den % am Wochenende und an den Feiertagen.

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