Feuerwehrflugdienst und automatische Waldbrandfrüherkennung

6. Mai 2011 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz, Niedersachsen | Drucken

Nach den Diskussionen über eine ausreichende Waldbranderkennung nimmt der Landesinnenminister Uwe Schünemann zu dem Thema Stellung: „Der Schutz unserer Wälder war zu jeder Zeit gewährleistet“, so Schünemann. „Alle Verantwortlichen haben ein gemeinsames Ziel: Wir wollen die Waldbrandgefahr so gering wie nur möglich halten und entstandene Brände möglichst früh erkennen. Da sind wir uns doch alle einig.“

Und das wird in der Zukunft mit dem im März in den Dienst gestellten Automatisierten Waldbrandfrüherkennungssystem (AWFS) in Verbindung mit den Einsatzstrategien der Feuerwehrflugzeuge noch optimiert.

Uwe Schünemann: „Dazu werden wir die Schnittstellen zwischen der Luft- und der Kameraüberwachung noch feiner justieren und die erhobenen Daten und Fakten in einem Jahr evaluieren. Auch das kameraüberwachte Gebiet muss in dieser Zeit keine Tabuzone sein, wenn die Lage dies erfordert! Das heißt, die Feuerwehrflugzeuge fliegen, wann immer es notwendig ist.“

Dies alles ist sowohl mit dem Präsidenten des Landesfeuerwehrverbandes, Regierungsbrandmeister Hans Graulich, als auch mit dem für die Koordination des Feuerwehrflugdienstes zuständigen Kreisbrandmeister Hans-Hermann Fehling abgestimmt.

Für den Evaluationszeitraum wurde mit dem Landwirtschaftsministerium vereinbart, dass Mitarbeiter der Landesforsten bei der Waldbrandstufe 5 die Flüge begleiten können.

Der seit 1961 bestehende Feuerwehrflugdienst (FFD) verfügt mit seinen Flugzeugen des Typs Cessna 206 über zwei hochmoderne Einsatzmittel.

Die beiden Flugzeuge wurden mit Mitteln des Landes Niedersachsen beschafft.

Gerade in Niedersachsen zählt das Ostniedersächsische Tiefland (Lüneburger Heide) zu den Gebieten mit einem hohen bis sehr hohen Waldbrandrisiko. Bei länger anhaltenden warmen und trockenen Wetterlagen ist eine Früherkennung von Waldbränden unverzichtbar, damit Katastrophen wie 1975 sich nicht wiederholen. Seit März 2011 erfolgt im Bereich der Lüneburger Heide eine mit EU-Mitteln geförderte lückenlose automatische Früherkennung durch das zurzeit modernste hochauflösende Kamerasystem. Es ist in der Lage, Brände aus einer Entfernung von 25 km mit einer Genauigkeit von 10m x 10m zu erkennen. Jeder Punkt der Lüneburger Heide wird alle vier Minuten aufs Neue erfasst. Die Auswertung erfolgt in der Kooperativen Leitstelle Lüneburg. Das Automatisierte Waldbrandfrüherkennungssystem (AWFS) ist bereits in anderen Ländern erprobt und arbeitet zuverlässig. Das AWFS ersetzt die bisherige Überwachung der Lüneburger Heide von Feuerwachtürmen aus und macht grds. auch eine Überwachung aus der Luft entbehrlich.

„Die weniger waldbrandgefährdeten Bereiche im Westen und Süden Niedersachsens sind nicht kameraüberwacht. Hier bleibt es bei der Waldbrandvorsorge aus der Luft“, ergänzt Landesbrand-direktor Jörg Schallhorn.

Der Einsatz des FFD erfolgt – wie in der Vergangenheit – bei erkennbar sehr hoher Waldbrandgefahr auf der im Jahr 2009 gemeinsam festgelegten Route.

Beide Flugzeuge des FFD stehen den Feuerwehren zur Unterstützung ihrer Einsatzleitung zur Verfügung. So können aus der Luft Kräfte geführt und eine Lageerkundung vorgenommen werden.

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