Kriminalpolizeilicher Bereitschaftsdienst

27. April 2011 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Schleswig-Holstein | Drucken

Nachts vom Telefon aus dem Schlaf gerissen, müssen immer noch viele Kriminalbeamtinnen und Kriminalbeamte in kürzester Zeit die Ermittlungen für oft schwierige Kriminalfälle übernehmen und weit reichende Entscheidungen treffen.

Wie umfangreich ist der Tatort? Bleiben Tatverdächtige in Haft? Werden die Ermittlungen vor Ort hochgefahren?

(Für die Anfahrt zum Tatort gibt es häufig noch nicht einmal ein dienstliches Navigationsgerät.)

Wenn die Kollegen der Schutzpolizei zum nächsten Einsatz müssen, sind die Bereitschaftsbeamten am Tatort völlig auf sich allein gestellt – denn nach wie vor sind sie häufig Einzelkämpfer.
Die üblichen Standards des Wochentages gelten plötzlich nicht mehr und so ist die kriminalpolizeiliche Aufgabenwahrnehmung außerhalb der Regeldienstzeit und damit die persönliche Belastung der Kolleginnen und Kollegen bei uns sehr unterschiedlich geregelt:

In vielen Bereichen, nämlich in Nordfriesland, Dithmarschen, Pinneberg und Segeberg gibt es noch den „Allein-BvD“ – irgendwie schon immer, aber hoffentlich nicht mehr
lange.

Denn es gibt auch den ZKD in Lübeck, den KDD in Kiel und seit einiger Zeit schon wird in Flensburg, Schleswig, Itzehoe und bald auch in Neumünster und Rendsburg in Zweier-
Teams gearbeitet.

Mit gutem Grund wird hierbei deutlich: Die alte „Es-kann-nur-einen-geben-Regelung“, als kostengünstiges Feigenblatt für die Aufgabenwahrnehmung außerhalb der Regeldienstzeit, ist längst nicht mehr zeitgemäß.

Sie widerspricht den Grundsätzen der Eigensicherung, verkennt die stetig steigenden rechtlichen/taktischen Anforderungen sowie die individuelle Belastung und sie
gewährleistet nicht den normalen Qualitätsanspruch der Kriminalpolizei.

Nebenbei – wie könnte es anders sein? – ist auch die Einsatzschwelle und damit die Frage der tatsächlichen persönlichen Belastung in den Regionen des Landes ganz
unterschiedlich festgelegt. Wenn es denn wirklich nicht möglich ist, das Land flächendeckend von Dauerdiensten,
wie in Kiel und Lübeck, betreuen zu lassen, braucht es andere Lösungen.

Natürlich erfordern solche Lösungen Personal – und das fehlt bekanntlich an vielen Stellen.

Es geht aber vor allem um die Sicherheit der Kolleginnen und Kollegen und um den Anspruch an ihre schwierige Arbeit.

Deshalb sagt der BDK:
Professionelle Teamarbeit ist das Gebot der Stunde – im Sinne der Aufgabe und im Sinne der Kolleginnen und Kollegen!

BDK Landesvorstand

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