Überfall in der U-Bahn Station – Wieder beherrschen die Täter die Überschriften

26. April 2011 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Die beiden Täter müssen schnell vor Gericht gestellt werden – noch schneller benötigen die Opfer Hilfe! „Auch wenn es in der medialen Öffentlichkeit anders empfunden wird, die vorhandenen Möglichkeiten unseres Rechtssystems sind von der Berliner Gerichtsbarkeit angewendet worden“, kommentiert der stellv. BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen die Entscheidung des Haftrichters, die Täter wieder auf freien Fuß zu lassen. „Es ist bei der Prüfung, ob ein Haftbefehl erlassen wird oder dieser gegen Auflagen außer Vollzug gesetzt wird, nicht unerheblich, ob das Jugend- oder das Erwachsenenstrafrecht zur Anwendung kommt“, kommentiert der stellv. BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen.

Im Jugendstrafrecht habe der Verhältnismäßigkeitsgrundsatz eine besondere Bedeutung und es sei immer zu prüfen, ob durch andere geeignete Maßnahmen eine Untersuchungshaft abgewendet werden kann.

„Wichtig ist jetzt die tatsächlich schnelle staatliche Reaktion, d. h. die schnelle Anklage vor dem Jugendgericht, auf diese brutalen Schläge und Tritte der beiden Tatverdächtigen. Die Täter dürfen nicht den Eindruck gewinnen, ich gehe mal schnell zur Polizei, erzähle was stattgefunden hat und ich bin fertig damit“, so der stellv. BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen.

Die jungen Täter müssen nach kürzester Zeit damit konfrontiert werden, dass der Staat ihre Gewalttätigkeit nicht akzeptiert. Und sie müssen sich mit den Folgen für die Opfer auseinandersetzen! „Kaum Berücksichtigung findet in der Öffentlichkeit, was die beiden Opfer, die mit unterschiedlich intensiven Fußtritten traktiert und verletzt wurden, über den Zeitpunkt des Überfalls hinaus noch zu erleiden haben“, beklagt der stellv. BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen das geringe Interesse für die Opfer solcher gewalttätigen Überfalle.

Diese müssen neben den körperlichen Folgen auch schwere Angstzustände, die ein ganzes Leben anhalten können, bewältigen. Schadenersatzforderungen und Schmerzensgeld, das sowieso nur im geringen Maße ein Ausgleich für die erlittenen Schmerzen sein kann, müssen mühsam auf bürokratischem Wege eingefordert werden. „Die Opferhilfe muss sich in der Bundesrepublik von einer Angebotshilfe für das Opfer zur Bringschuld des Staates entwickeln, dann wären wir mit dem Opferschutz in Deutschland schon ein Stückchen weiter“, beschreibt der stellv. BDK-Bundesvorsitzende Bernd Carstensen die Situation der Opfer.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.