„Endspurt nach Marathon-Planung“

21. April 2011 | Themenbereich: Bayern, Strafvollzug | Drucken

Bayerns Justizministerin Dr. Beate Merk hat mit ihrem „Baggerstich“ die Baumaßnahme zur Errichtung der neuen Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen offiziell gestartet. Merk: „Die Geschichte zum Neubau gleicht einem Marathonlauf, der bereits in den 1970er Jahren mit der Standortsuche durch das Justizministerium begonnen hat. Ich freue mich sehr, dass wir mit dem Baggerstich zum Schlussspurt ansetzen können. Der bayerische Justizvollzug ist auf den Neubau und die zusätzlichen Haftplätze dringend angewiesen.“

Der Neubau soll die auf zwei Gebäudekomplexe (Karmelitengasse und Hochfeld) verteilte Justizvollzugsanstalt in Augsburg ersetzen. Die räumlichen Verhältnisse der bisherigen Justizvollzugsanstalt in Augsburg mit zum Teil uralter Gebäudesubstanz entsprechen nur mehr bedingt den Anforderungen eines modernen Strafvollzugs. Die Justizvollzugsanstalt Augsburg ist mit derzeit 246 Haftplätzen ständig überbelegt, so dass permanent Verlegungen von Gefangenen in andere Anstalten erforderlich sind.

Die innerstädtisch gelegene Anstalt II Am Hochfeld wird nach Fertigstellung des Neubaus aufgegeben. Das freiwerdende Gelände steht dann einer geordneten städtebaulichen Entwicklung in Augsburg zur Verfügung. Die neue Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen wird eine Belegungsfähigkeit von 609 Haftplätzen im geschlossenen Vollzug für männliche erwachsene Gefangenen haben. Das ist ein Zuwachs von rund 360 Haftplätzen.

Die Gesamtanlage umfasst innerhalb der Mauern 10 Einzelgebäude mit den unterschiedlichen Funktionsbereichen. Im Südosten befinden sich die 4 Y-förmigen Unterkunftsgebäude. Nordwestlich davon sind die Gebäude für Freizeit/Bildung sowie der Versorgungs- und Unternehmerbetriebe zusammengefasst. Als Bindeglied zur Torwache steht der Verwaltungsbau mit der Zu- und Abgangsabteilung sowie dem Besuchsbereich. Über eine zentrale zweigeschossige, rd. 250 m lange Magistrale sind die Gebäude miteinander verbunden.

Die neue Anstalt wird mit zwei Gas-Brennwertkesseln mit 30 % Biogasanteil und zwei biogasbetriebenen Blockheizkraftwerken mit Wärme versorgt. Das anfallende Regenwasser wird in Löschwasserzisternen gesammelt und zur Bewässerung der Grünanlagen verwendet. Die Gesamtbaukosten betragen 100,840 Mio. EUR. Durch das Regierungsprogramm „Aufbruch Bayern“ wird diese Baumaßnahme mit dem stattlichen Betrag von 20 Mio. Euro anfinanziert. Nach derzeitiger Planung kann mit einer Fertigstellung im Jahr 2015 gerechnet werden.

Ministerin Merk: „Mein besonderer Dank gebührt dem Bayerischen Landtag, insbesondere dem Haushaltsausschuss und dessen Vorsitzenden, Herrn Landtagsabgeordneten Georg Winter, dem Anstaltsbeiratsvorsitzenden, Herrn Landtagsabgeordneten Johannes Hintersberger, der Stadt Augsburg, dem Landkreis Augsburg-Land, der Gemeinde Gablingen und den umliegenden Gemeinden für die vielfältige Unterstützung des Bauvorhabens.“

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