Funktionsfähigkeit der NRW Kripo steht auf dem Spiel

19. April 2011 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

In der Frühjahrssitzung des BDK-Landesvorstandes kamen über 60 Vertreterinnen und Vertreter des BDK aus allen Kreispolizeibehörden des Landes zusammen, um über die drängenden Probleme der Kriminalpolizei zu beraten. Schwerpunktthemen waren neben den aktuellen Problemen des Bachelorstudiengangs, der Änderung des Landespersonalvertretungsgesetzes, die aktuell anlaufende „Beurteilungsrunde“ und selbstverständlich die desaströse Personalsituation in den Kriminalkommissariaten aller Landratsbehörden und Polizeipräsidien.

So berichteten die Vorsitzenden und Vertrauensleute der 42 Bezirksverbände mit Blick auf den Nachersatztermin 01.09.2011 über offensichtlich „einstudierte Reflexe“ einiger Behördenleitungen. Geht es nach deren Willen, wird bei der Kriminalpolizei erneut keine spürbare Personalverstärkung oder gar Verjüngung eintreten. Mehr als 1.000 Absolventen der Fachhochschule reichen den auch für die Kriminalitätsbearbeitung „Verantwortlichen“ immer noch nicht aus, die Kriminalpolizei entsprechend den gestiegenen Aufgaben und Belastungen mit Personal auszustatten. Mehr als 10 Jahre ist der Kriminalpolizei angesichts geringer Einstellungsquoten junger Nachwuchs vorenthalten worden. Nun soll es bei der doppelten Einstellungsquote nicht möglich sein, den hoffnungslos überlasteten Kriminalbeamtinnen und Kriminalbeamten junge Absolventen der Fachhochschule zur Seite zu stellen?

Ein Bezirksvorsitzender brachte es unter lautstarkem Beifall auf den Punkt: „Was glaubt „man“ uns noch alles zumuten zu können? Wenn von den 1.000 Absolventen der Fachhochschule in diesem und den folgenden Jahren in der Kripo spürbar nichts ankommt, schalten wir das Licht aus. Niemand muss sich dann noch über sinkende Aufklärungsquoten und eine schlechte Presse wundern. Dauernde Überlastung führt zur Funktionsunfähigkeit – auch bei engagierten Kriminalbeamten!“

„Innenminister Ralf Jäger hat in den vergangenen Wochen – auch öffentlich – deutlich gemacht, dass Kommissaranwärter und Kommissaranwärterinnen nach ihrer Ausbildung im Wachdienst, den Ermittlungskommissariaten und in den Polizeihundertschaften eingesetzt werden. Mehr als 1.000 Absolventen der Fachhochschule in diesem Jahr müssen es endlich möglich machen, alle Direktionen mit dem dringend benötigten Personal auszustatten. 300 Kommissaranwärterinnen und -anwärter für die Kripo sind nicht zu viel verlangt. Die seit über 10 Jahren andauernde Mangelverwaltung mit nur 500 Einstellungen pro Jahr hat die Kripo an den Rand ihrer Funktionsfähigkeit gebracht. Wer das ignoriert, nimmt den Absturz noch vorhandener Aufklärungsleistungen billigend in Kauf“, erklärte der BDK-Landesvorsitzende Wilfried Albishausen am Rande der Landesvorstandssitzung in Goch.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.