Girls` Day im Bayerischen Landeskriminalamt

14. April 2011 | Themenbereich: Bayern, Landeskriminalamt, Polizei | Drucken

Das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) öffnete heute, am 14.04.2011, zum vierten Mal nach 2009, seine Tore und lud insgesamt 24 Mädchen zum „Girls` Day 2011“ ein.

Die Veranstaltung, welche auch „Mädchen Zukunftstag“ genannt wird, findet seit mittlerweile elf Jahren einmal jährlich statt. Die Mädchen lernen an diesem Tag interessante und zukunftsträchtige Bereiche von Berufsspektren kennen, die sie in ihrer Berufswahl bislang wenig in Betracht gezogen haben. Langfristig soll damit der Beschäftigungsanteil von Frauen in den Bereichen Technik, IT, Handwerk und Naturwissenschaften angehoben werden. Beworben wurde der Girls Day 2011 mit dem Slogan „MINT for you“ – Mädchen in MINT-Berufen (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik). Mädchen sind in MINT gefragt. MINT-Berufe werden an vielfältigen Arbeitsplätzen ausgeübt, zum Beispiel bei Kunden, in Werkhallen, im Sanitätshaus oder im LKA.

Das LKA bot den Schülerinnen der Klassen 8 bis 10 von Haupt- und Realschulen und Gymnasien am Aktionstag die Gelegenheit, die Arbeit und Aufgaben von Experten aus den Bereichen der Kriminaltechnik sowie der Daktyloskopie kennen zu lernen. Von den einzelnen Sachgebieten wurden passend für die Altersstufe „Fälle“ erarbeitet, welche die Mädchen selbstständig zu lösen versuchten. Im Sachgebiet 204 Biologie / Mikrospuren wurde unter anderem der Schmuck der Mädchen geprüft. Die Mädchen staunten nicht schlecht, als in relativ kurzer Zeit gesagt werden konnte, ob es sich um Modeschmuck oder um echten Schmuck aus Gold oder Silber handelte.
Die Schülerin Lisa meinte dazu: „Ich finde es faszinierend, wie in kürzester Zeit gesagt werden kann, ob ein Schmuckstück echt oder falsch ist. Das hätte ich nicht gedacht. Überhaupt habe ich mich sehr auf heute gefreut, da ich ein sehr großer Krimifan bin .“

Während die einen Mädchen noch ihren Schmuck untersuchten, machten sich die anderen auf „Verbrecherjagd“ im Sachgebiet 208 – Formspuren. Die Mitarbeiter zeigten ihre Arbeitsweise anhand praktischer Beispiele und spannten die Mädchen gleich selbst ein. Ein Teil der Mädchen durfte absichtlich Spuren setzen, andere versuchten ihr Glück bei der Spurensicherung und der Rest hatte die Aufgaben die Spuren auszuwerten.

Jana berichtete:“ Ich bin total baff wie einfach ein Fenster zu öffnen ist. Auch dass wir selbst Handanlegen durften und somit eigene Erfahrungen sammeln konnten, hat mir voll Spaß gemacht.“ Nach einer kurzen Mittagspause versammelten sich die 25 Mädchen im Spurenlabor. Neben der Erfahrung, die eigenen Fingerabdrücke zu nehmen, wurde ihnen genau erklärt, wie man Fingerspuren beispielsweise von einer Tasse abnehmen kann.

Die Kriminaltechnik hat die Aufgabe, die im Zusammenhang mit Straftaten anfallenden Spuren im erforderlichen Umfang und in angemessener Zeit auszuwerten und in bestimmten Fällen auch zu suchen und zu sichern. Außerdem werden Untersuchungen oder Prüfungen an Materialien, die im
Rahmen von Strafverfahren sichergestellt werden, durchgeführt. Sie bedient sich hierzu wissenschaftlich-technischer Arbeitsweisen und betreibt Forschung und Entwicklung zur Erlangung neuer kriminaltechnisch relevanter Erkenntnisse und neuer Untersuchungsmethoden. Zu der beschriebenen Aufgabe gehören häufig auch Untersuchungen an Tatorten mit unmittelbarer Bewertung der Spuren und einer fachkundigen Vorauswahl der asservierten
Spurenmaterialien.

Der im Dezernat 52 angesiedelte Erkennungsdienst erhält alle in Bayern nach Straftaten gesicherten daktyloskopischen Tatortspuren (Finger- und Handflächenspuren) zur weiteren Auswertung. Die Spuren werden hinsichtlich ihrer Brauchbarkeit für Identifizierungszwecke geprüft und mit berechtigten Personen sowie bekannten Tatverdächtigen verglichen. Spuren, die nach diesen Vergleichen weiterhin als ungeklärt verbleiben, werden im Automatisierten Fingerabdruck-Identifizierungs-System (AFIS) recherchiert. Zudem ist das Dezernat 52 für die Spurensicherung an übersandten Spurenträgern, wie z. B. Rauschgiftpaketen, Falschgeld oder Waffen, zuständig. Hierzu stehen verschiedene Laborräume zur Verfügung, in denen physikalische und chemische Spurensicherungsverfahren angewendet werden.

Die Kriminaltechnik und das Dezernat 52 unterstützen mit dieser Arbeit die Ermittlungsdienststellen der Bayerischen Polizei und tragen damit auch zur Entscheidungsfindung von Staatsanwaltschaften und Gerichten bei. Nicht selten sind diese „stummen Zeugen“ die einzigen Ermittlungsansätze. Die ermittelten Ergebnisse werden in Gutachten schriftlich niedergelegt und – wenn es zu einem Strafprozess kommt – vor Gericht vertreten. Den Abschluss für die Schülerinnen an diesem Tag bildete ein Besuch in der Phantombildstelle. Die Mädchen erhielten Einblicke in die Tätigkeiten der Phantombildzeichner und konnten ihr eigenes fiktives Phantombild erstellen.

Insgesamt waren an diesem Tag fünf Betreuerinnen und Betreuer mit den Schülerinnen im LKA zwischen den einzelnen Stationen unterwegs. Ihr Resümee für diesen Tag fiel äußerst positiv aus. „Es war auch für uns ein sehr interessanter und aufschlussreicher Tag. Die Mädchen waren mit viel Engagement und Freude bei der Sache. Wir wünschen den Mädchen für ihren weiteren beruflichen Werdegang nach der Schule alles Gute!“

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