Kriminalitätsstatistik 2010

12. April 2011 | Themenbereich: Berlin, Kriminalität | Drucken

Die heute dem Innenausschuss vorgestellten Kriminalitätszahlen sind geringer ausgefallen als im Vorjahr. Die Medien berichteten, dass Berlin also sicherer geworden sei.
Dem hat der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG Berlin), Bodo Pfalzgraf, heute deutlich widersprochen: „Weder den Berlinerinnen und Berlinern, noch den Polizisten oder den Millionen Touristen helfen politische Weichspülereien. Die Menschen in dieser Stadt haben einen Anspruch darauf, das die Politik sie und ihr Unsicherheitsgefühl ernst nimmt, denn Öffentliche Sicherheit lässt sich nicht nur an sinkenden Anzeigezahlen festmachen. Während täglich Vertrauen in den Senat und leider auch in die Aktionsfähigkeit der Polizei verloren geht, sonnen sich die Zahlenmeister im Lichte eines Scheinerfolges“!

Die auf rund 48 % gesunkenen Aufklärungsquoten zeigen sehr deutlich, wie sehr die Polizei kaputt gespart wird. Pfalzgraf: „ Wir müssen leider von enormen Dunkelziffern ausgehen, denn wir hören sehr oft, dass Straftaten nicht mehr angezeigt werden, weil die Bürger meinen, die Polizei könne so wie so nichts machen. Das ist ein sehr gefährlicher Trend, der nur den Ganoven hilft“!

Zur besseren Einschätzung der Öffentlichen Sicherheit forderte der Gewerkschaftschef erneut regelmäßige repräsentative Bürgerbefragungen nach wissenschaftlichen Standards zum Sicherheitsgefühl der Bevölkerung. „Wir brauchen eine verlässliche zweite Messgröße jenseits der Anzeigezahlen, sonst werden uns die Menschen bald nicht mehr ernst nehmen“ so Pfalzgraf abschließend.

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